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Nach Skandalen: Zahl der Organspenden auf Tiefstand

Aufgrund mehrerer Skandale : Zahl der Organspenden auf Tiefstand

Die Berichte über mögliche kriminelle Machenschaften an Kliniken haben die Organspendenbereitschaft in Deutschland drastisch gebremst.

Von Januar bis September dieses Jahres sank die Zahl der Spender gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,6 Prozent, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) im Vorfeld ihres Jahreskongresses berichtet. Bundesweit haben im vergangenen Jahr nur 675 Menschen ein Organ gespendet; im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 829.

Ende 2012 war bekannt geworden, dass in süddeutschen Kliniken Krankenakten manipuliert worden waren, um bestimmte Patienten bei der Organverpflanzung zu bevorzugen. Ob und wie viel Geld dafür von den Patienten gezahlt wurde, prüft die Staatsanwaltschaft.

Rund 11.000 Menschen in Deutschland warten zurzeit auf ein Organ. "Deshalb ist es immer wieder wichtig, klar zu machen, dass die Organspende Leben rettet", sagte DSO-Chef Rainer Hess. Mehr als 27 Millionen Spenderausweise sind bislang bundesweit von Behörden und Krankenkassen ausgegeben worden. Welche Organe entnommen werden dürfen, kann jeder Spender selbst bestimmen. Maximal können sieben Organe gespendet werden.

(jam)