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Längere Arbeitszeiten und demografischer Wandel: Mehr Arbeitnehmer brauchen eine Reha

Längere Arbeitszeiten und demografischer Wandel : Mehr Arbeitnehmer brauchen eine Reha

Die Rente mit 67 ist bereits Fakt. Und mancher Politiker bringt auch schon mal angesichts der demografischen Entwicklung eine noch längere Zeit ins Spiel. Doch mit steigendem Alter können auch die gesundheitlichen Probleme im Job wachsen. Die Deutsche Rentenversicherung hat nun festgestellt, dass immer mehr Arbeitnehmer eine Therapie benötigen.

Wie gehen wir mit einer immer älter werdenden Gesellschaft um? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Politik schon seit einiger Zeit. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang extra eine Demografie-Strategie entworfen. Und natürlich spielt auch das Renteneintrittsalter immer stärker eine Rolle in der öffentlichen Debatte. So möchte so mancher Experte nicht ausschließen, dass es in den nächsten Jahren noch einmal zu einer Anhebung des Renteneintrittsalters kommt.

Doch je älter die Menschen werden, umso größer werden auch die Gefahren von Erkrankungen und/oder gesundheitlichen Einschränkungen. Experten appellieren daher in jüngster Zeit vermehrt an Arbeitgeber, sich auch auf ihre älteren Arbeitnehmer in Bezug auf die Arbeitsbedingungen einstellen. Dass solche Forderungen nicht von ungefähr kommen, zeigt nun eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.

Zunahme der psychischen Erkrankungen

Demnach müssen immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland in die medizinische Rehabilitation, um wieder fit für das Berufsleben zu werden. 2012 seien fast 1,1 Millionen dieser Reha-Behandlungen genehmigt worden, das seien etwa 25 Prozent mehr als noch im Jahr 2005. Und die Deutsche Rentenversicherung geht davon aus, dass die Zahl in den kommenden Jahren noch steigen wird.

Laut der Behörde, so schreibt die Zeitung, kommen die geburtenstarken Jahrgänge verstärkt in ein Alter, in denen sie krank werden oder ihren Beruf nicht mehr mit voller Leistungskraft ausüben können. Deshalb steige der Reha-Bedarf. Mehr als jeder Dritte, der eine Reha-Leistung erhalte, bekomme sie wegen gesundheitlicher Beschwerden an Skelett, Muskeln oder Bindegewebe. Hier sei der Anteil leicht rückläufig.

Doch bei den Rehabilitationen ist ebenfalls eine Entwicklung zu erkennen, die sich bei den Erkrankungen der Deutschen immer öfter herauskristallisiert: psychische Störungen. Nach dem Bericht waren bei den Reha-Fällen von Männern in 18 Prozent auf eine psychische Störung zurückzuführen, 2005 habe diese Zahl noch bei 15,6 Prozent gelegen. Bei Frauen sei ein ähnlicher Anstieg der Zahlen zu verzeichnen gewesen.

Gestellte Anträge auf Rekordwert von 2,1 Millionen

In der Statistik wird darauf hingewiesen, dass es neben der medizinischen auch die berufliche Rehabilitation gebe. Dabei handele es sich etwa um Umschulungen in andere Berufe oder einen Umbau des Arbeitsplatzes. Im vergangenen Jahr haben nach den Zahlen der Deutschen Rentenversicherung rund 270.000 Menschen davon profitiert.

Insgesamt sei die Zahl aller Reha-Anträge ebenfalls deutlich gestiegen: Sie habe sich in den vergangenen sieben Jahren um 461.000 auf einen Rekordwert von fast 2,1 Millionen erhöht. Allerdings wurden etwa im vergangenen Jahr nur 65 Prozent der Anträge letztlich auch genehmigt.

Statistisch gesehen ist ein Arbeitnehmer, der eine medizinische Rehabilitation braucht, übrigens 50 Jahre alt, die Therapie dauert 29 Tage und kostet durchschnittlich 3600 Euro. Doch laut Rentenversicherung lohne sich eine solche Behandlung, denn 85 Prozent der Arbeitnehmer, die eine solche Therapie in Anspruch nahmen, blieben auch zwei Jahre nach Erhalt der Maßnahme noch beruflich tätig.

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(das)