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Ebola-Alarm in Texas: Mehr als 100 Patienten unter Beobachtung

Ebola-Alarm in Texas : Mehr als 100 Patienten unter Beobachtung

Nach der ersten Ebola-Diagnose in den USA haben die texanischen Behörden bis zu hundert weitere potenzielle Virusträger unter Beobachtung gestellt. Das Gesundheitsministerium begründete die Maßnahme am Donnerstag mit extremer Vorsicht. Niemand zeigt derzeit aber offenbar Krankheitssymptome.

Das Virus war Ende September bei einem Liberianer in Dallas diagnostiziert worden, der sich in seinem Heimatland infiziert hatte und für einen Familienbesuch in Texas aufhielt. CNN zufolge hatte er vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus mit mehr als einem Dutzend Leuten Kontakt.

Die Gesundheitsbehörden beobachten nun auch jene Menschen, mit denen diese Kontaktpersonen wiederum in Verbindung gestanden haben. Auch flüchtige Begegnungen des Liberianers sollen ausfindig gemacht werden. Vier enge Familienmitglieder dürfen ihre Häuser zudem nicht verlassen und keinen Besuch empfangen.

Grund hierfür ist die lange Inkubationszeit: Nach einer Ebola-Infektion können bis zu drei Wochen vergehen, bis die Krankheit mit Symptomen wie Fieber und Übelkeit offen ausbricht. So hatte der infizierte Mittvierziger aus Liberia wegen seiner Beschwerden schon vor einer Woche eine Klinik aufgesucht und eine Krankenschwester über seinen Aufenthalt in Afrika informiert. Trotzdem schickten ihn die Ärzte zunächst wieder nach Hause. Zwei Tage später wurde er dann mit akuten Beschwerden erneut ins Krankenhaus gebracht und schließlich unter Quarantäne gestellt.

Nach Recherchen der "New York Times" hatte der Liberianer in seinem Heimatland geholfen, eine an Ebola erkrankte 19-Jährige ins Krankenhaus zu bringen. Sie wurde von der Klinik wegen Platzmangels jedoch abgelehnt. Später half er demnach, die schwangere Frau zu tragen, bevor sie am selben Abend verstarb. Am 19. September sei er schließlich von Monrovia über Brüssel und Washington nach Dallas geflogen.

Liberias Regierung äußerte ihr Bedauern darüber, dass trotz "drakonischer Sicherheitsvorkehrungen" nun auch in den USA ein Ebola-Fall aufgetaucht sei. Der Vorfall dokumentiere "die klare internationale Dimension dieser Ebola-Krise".

Auf Liberia entfallen fast zwei Drittel der mehr als 3300 in Westafrika registrierten Ebola-Toten. Die anderen beiden Krisenzentren sind Guinea und Sierra Leone. Inzwischen weist die Seuchenstatistik laut Liberias Staatsführung allerdings "eine Stabilisierung" der Infektionsrate aus: Die Zahl der Menschen, die mit Gesundheitsbeschwerden in Behandlungszentren vorsprächen, steige nicht mehr so schnell wie bisher, sagte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Es bestehe also die Hoffnung, "dass wir endlich auf dem Lösungsweg sind".

Die UN-Mission zur Eindämmung der Epidemie lief am Donnerstag offiziell an. Der Sonderbeauftragte Anthony Banbury verschaffte sich in Monrovia ein Bild von der Lage und sollte anschließend nach Guinea und Sierra Leone weiterreisen. Sirleaf informierte ihn darüber, dass sich die Seuche inzwischen auf alle 15 Provinzen Liberias ausgebreitet habe und Kranke aus den Ballungszentren in abgelegene Gegenden geflohen seien.

Wegen der heiklen Sicherheitslage in den Seuchengebieten forderte SPD-Gesundheitsexpertin Hilde Mattheis von Bund und Ländern, Flüchtlinge nicht länger in von Ebola betroffene Staaten abzuschieben. Nach dem Hamburger Universitätsklinikum bereitet sich zudem nun auch die Uni-Klinik in Frankfurt am Main auf die mögliche Behandlung des dann schon zweiten Ebola-Patienten in Deutschland vor.

(AFP)