DKMS bald in Großbritannien: Knochenmarkspenderdatei will ins Ausland

DKMS bald in Großbritannien: Knochenmarkspenderdatei will ins Ausland

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) will trotz der jüngsten Rückschläge in Spanien massiv im Ausland wachsen. Am 1. Januar 2013 werde eine Gesellschaft in Großbritannien starten.

Danach seien Italien und Frankreich im Fokus, sagte der Mitbegründer der Gesellschaft, Peter Harf, der Nachrichtenagentur dpa. "Wir zünden jetzt die nächste Stufe der DKMS. Unser Ziel ist es, in möglichst vielen Ländern tätig zu werden." Zuletzt war die Gründung einer DKMS-Auslandsgesellschaft in Spanien auf massiven Widerstand der Behörden dort gestoßen.

Die DKMS in Tübingen ist mit mehr als 2,7 Millionen registrierten Spendern die größte Knochenmarkspenderdatei weltweit. Der Gründungstag der Gesellschaft am 28. Mai 1991 wird inzwischen als Tag der Lebensspende gefeiert.

"Möglichst viele Leben retten"

"Uns geht es darum, möglichst vielen Menschen auf der Welt, die Blutkrebs haben, das Leben zu retten - unabhängig davon, ob sie Deutsche, Spanier oder Engländer sind", sagte Harf, der auch Stiftungsratsvorsitzender der DKMS Stiftung Leben ist.

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Knochenmark- oder Stammzellspenden sind vor allem für Blutkrebs-Patienten oft die letzte Rettung. Damit eine Spende gelingen kann, müssen aber die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger perfekt übereinstimmen.

Anders als in Deutschland fehle es in nahezu allen anderen Ländern an einem effektiven System, um passende Spender und Empfänger zusammenzubringen, sagte Harf. Das führe zu einem massiven Ungleichgewicht. Nach Angaben des Zentralen Knochenmarkspender-Registers in Ulm haben Deutsche im vergangenen Jahr 4000 Mal Knochenmark für Menschen im Ausland gespendet, aber nur 300 Deutsche hätten von Spenden aus dem Ausland profitiert.

"Um möglichst vielen Menschen zu helfen, müssen wir über Deutschland hinaus aktiv werden. Wir können nicht aus Deutschland die ganze Welt mit Knochenmark versorgen", sagte Harf.

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(dpa)
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