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Nickel, Weichmacher, Giftstoffe: Jedes vierte Spielzeug kann Allergie auslösen

Nickel, Weichmacher, Giftstoffe : Jedes vierte Spielzeug kann Allergie auslösen

Metallspielzeuge für Kinder können erhebliche Mengen des allergieauslösenden Schwermetalls Nickel abgeben. Nach einer Studie des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde bei 41 von 168 untersuchten Metallspielzeugen der gesetzliche Grenzwert für die Nickelfreisetzung aus Spielzeug überschritten.

Besonders auffällig waren Metall- und Modellbaukästen. Nur drei der 32 untersuchten Spielzeuge erfüllten die rechtlichen Anforderungen. Jedes zehnte Kind reagiert allergisch auf Nickel. "Die Ergebnisse sind erschreckend. Hersteller und Importeure müssen ihrer Verpflichtung, nur sichere Produkte in den Handel zu bringen, stärker nachkommen", sagte BVL-Präsident Helmut Tschiersky.

Seit 2009 ist der Grenzwert für Nickel bei Konsumgütern, die Kinder in die Hand oder auch den Mund nehmen, auf die Freisetzung von maximal 0,5 Mikrogramm pro Quadratzentimeter innerhalb einer Woche festgelegt. So steht es im Leitfaden zur europäischen Spielzeugrichtlinie.

Die staatlichen Verbraucherschützer fanden auch in jedem zehnten von 330 kontrollierten Holzspielzeugen mehr Weichmacher als erlaubt. Von 140 Bleistiften wies jeder fünfte erhöhte Werte auf. "Das Problem ist, dass die Grenzwerte viel zu lasch sind und von vielen Herstellern nicht eingehalten werden", sagte die Verbraucherexpertin der Grünen, Nicole Maisch. Um die Spielzeugsicherheit zu verbessern, müssten staatliche Kontrollen verschärft werden. "Sinnvoll wäre auch, die Produkte durch unabhängige Labore prüfen zu lassen", sagte Maisch.

Auch Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale NRW forderte eine "verbindliche Kontrolle durch Dritte". Es könne nicht sein, dass Verbraucher im Geschäft Spielzeug überprüfen oder bei den Händlern nachfragen müssten.

Neben den Sonderuntersuchungen, deren Schwerpunkt jedes Jahr wechselt, prüften die Kontrolleure auch Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen. Das Ergebnis: Jeder vierte Lebensmittelbetrieb wies 2012 Mängel auf.

Hauptursache für die Beanstandungen waren Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht. NRW schnitt bei den Ergebnissen über Durchschnitt ab: Von den rund 96.000 Proben bot jede neunte Anlass zur Kritik. Bundesweit sind 1,22 Millionen Betriebe registriert, die der Lebensmittelüberwachung unterliegen. Nach Angaben des BVL sind Lebensmittel in Deutschland überwiegend hygienisch einwandfrei.

(RP)