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Untersuchung im Auftrag der Bundesregierung: Jedes fünfte Kind psychisch krank

Untersuchung im Auftrag der Bundesregierung : Jedes fünfte Kind psychisch krank

Münster (RP). Deutsche Kinderärzte warnen vor einer Verschlechterung der Gesundheit. 22 Prozent der deutschen Kinder zwischen sieben und 17 Jahren sind psychisch auffällig. Am häufigsten treten Störungen des Sozialverhaltens (10 Prozent), Ängste (7,6 Prozent) und Depressionen (5,4 Prozent) auf.

Das hat die erste bundesweite Kinder-Untersuchung ergeben, die das Robert-Koch-Institut im Auftrag der Bundesregierung durchführte und die heute auf dem Ärztetag vorgestellt wird.

Kinder, die in einem aggressiven Familienklima oder in der Unterschicht aufwachsen, werden vier Mal häufiger psychisch krank als andere, heißt es in der Studie, in der von 2003 bis 2006 insgesamt 18.000 Kinder untersucht wurden.

Auch Ess-Störungen hängen oft mit der sozialen Herkunft zusammen. 22 Prozent der Kinder leiden an Essstörungen wie Fettleibigkeit, Magersucht oder Ess-Brechsucht. Dabei sind Kinder mit "niedrigem sozialökonomischen Status", wie es in der Studie heißt, doppelt so oft betroffen wie Mittelschichts- Kinder. Gestillte Kinder sind zudem weniger oft fettleibig als Flaschenkinder.

Gefördert wird Fettleibigkeit durch Bewegungsmangel. So spielt ein Viertel der Kinder zwischen drei und zehn Jahren nicht täglich an der frischen Luft. 43 Prozent erreicht bei einer Rumpfbeuge den Boden nicht. "Ärzte erkennen Vernachlässigungen, wenn sie denn die Kinder sehen", sagte Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe. Der Ärztetag fordert daher verpflichtende Vorsorge-Untersuchungen.

Nur bei Allergien schneiden Unterschichtskinder besser ab. Von ihnen leiden 13,6 Prozent an Krankheiten wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma. In der Oberschicht sind es 18,9 Prozent. Zudem sind Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen oder Kitas besuchen, seltener von Allergien betroffen als Einzelkinder.