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Mangelnder Langzeitschutz: "Hexavac"-Impfstoff für Kinder vom Markt genommen

Mangelnder Langzeitschutz : "Hexavac"-Impfstoff für Kinder vom Markt genommen

Langen (rpo). Der Sechsfachimpfstoff "Hexavac", mit dem in Deutschland bereits 1,5 Millionen Kinder geimpft wurden, bietet möglicherweise keinen umfassenden Schutz. Er wurde deshalb am Dienstag vom Markt genommen.

Wie das Bundesamt für Sera und Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut) in Langen mitteilte, hat die europäische Arzneimittelbehörde EMEA in London empfohlen, die Zulassung für den Kombinationsimpfstoff ruhen zu lassen. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, da es Hinweise auf einen zu geringen Langzeitschutz gegen Hepatitis B gebe, eine schwere Form der infektiösen Leberentzündung. Es gebe aber keinerlei Sicherheitsbedenken gegen das Mittel, das seit dem Jahr 2000 bei der Impfung von Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt wird.

Gegen die fünf anderen Krankheiten - Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten und Haemophilus influenzae Typ b - sind die Kinder durch die Impfung den Angaben zufolge ausreichend bis ins Erwachsenenalter geschützt. Auch der Kurzzeitschutz gegen Hepatitis B und die anderen Krankheiten sei nicht beeinträchtigt.

Seit 2000 mehr als 1,5 Millionen Kinder geimpft

Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte wurden seit dem Jahr 2000 mehr als 1,5 Millionen Kinder in Deutschland mit dem Kombinationspräparat geimpft. Bei diesen Kindern besteht laut Bundesamt kein akuter Handlungsbedarf. Sie müssen aber möglicherweise später eine zusätzliche Impfung gegen Hepatitis B erhalten. Bei Kleinkindern, die den Sechsfachimpfstoff bisher nur als Grundimmunisierung erhalten haben, können weitere Impfungen mit anderen Kombinationspräparaten wie einem Fünffachimpfstoff plus einer separaten Hepatitis-Spritze fortgesetzt werden.

Nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts hat die Sanofi Pasteur MSD GmbH als Zulassungsinhaber von "Hexavac" alle noch nicht verbrauchten Impfdosen vom Markt genommen. Neben Deutschland wurde das Mittel auch in zahlreichen anderen EU-Staaten und 19 weiteren Ländern in der ganzen Welt verkauft.

(afp)