Grippe 2018 - bislang starben 216 Menschen

Über 35.000 Neuerkrankungen: Grippewelle 2018 erreicht neuen Höhepunkt

Über 35.000 neue Influenza-Fälle hat das Robert-Koch-Institut (RKI) allein in der vergangenen Woche registriert. Damit hat die Grippewelle 2018 einen neuen Höhepunkt erreicht. 216 Menschen starben bislang an den Folgen der Erkrankung. Auch NRW ist stark betroffen.

Insgesamt hat das RKI damit seit Beginn der Grippewelle 2017/2018 rund 120.000 Erkrankungsfälle registriert. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung geraten die Praxen wegen der Grippewelle an ihre Grenzen.

Wurden in der Vorwoche noch rund 23.400 neue Fälle festgestellt, ist mit den aktuell 35.284 Neuerkrankungen ein sehr deutlicher Anstieg zu verzeichnen. 216 Todesfälle im Zusammenhang mit der Influenza wurden bislang an das RKI übermittelt. Davon waren 146 auf den Influenza-Typ B zurückzuführen, 48 auf den Typ A, zwölf auf den Typ A (H1N1), zehn Fälle waren nicht genau spezifiziert. 83 Prozent der verstorbenen Patienten waren älter als 60 Jahre.

Dem aktuellen Wochenbericht des RKI zufolge treten derzeit nahezu flächendeckend in Deutschland stark erhöhte Fallzahlen auf. Besonders betroffen sind unter anderem die Westhälfte Deutschlands mit NRW sowie weite Teilen Sachsens, Nordbayerns und Südthüringens.

Zeigte die wöchentlich neu angefertigte Deutschlandkarte mit akuten Atemwegserkrankungen zuletzt noch einige grüne und blaue Flecken mit nur mäßiger Influenza-Aktivität, ist die aktuelle Karte, abgesehen von ein paar grünen Sprenkeln, fast komplett rot eingefärbt.

Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) meldet für das bevölkerungsreichste Bundesland bis zum 28. Februar 9633 Erkrankungen. Rund 13 Prozent der Patienten waren unter zehn Jahre alt, knapp 30 Prozent über 60. Auch in NRW ist der Erreger Influenza B mit über 72 Prozent am stärksten vertreten.

Für einzelne Städte teilte das LZG NRW folgende Fallzahlen für die gesamte Grippesaison 2017/2018 mit:

  • Düsseldorf 547
  • Leverkusen 138
  • Rhein-Kreis Neuss 335
  • Viersen 181
Wann eine Grippe lebensgefährlich sein kann
  • Wesel 279
  • Bonn 188
  • Kleve 177
  • Hintergrund : Wann Sie zu krank zum Arbeiten sind
  • Duisburg 199
  • Mönchengladbach 104
  • Rheinisch-Bergischer Kreis 112
  • Krefeld 89
  • Köln 289
  • Heinsberg 61
  • Solingen 32
  • Remscheid 19

Deutschland leidet nicht allein unter der Grippewelle. In 20 Ländern in Europa verzeichnen die Experten eine mittelstarke Influenza-Aktivität, in zehn (darunter Deutschland) eine hohe und in zwei Ländern (Albanien und Luxemburg) sogar eine sehr hohe.

Ansturm auf die Arztpraxen

Kassenärztechef Andreas Gassen sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", die anhaltende Grippewelle führe viele Arztpraxen an die Grenzen ihrer Behandlungsmöglichkeiten.

Die Ärzte stemmten die Herausforderung "und versorgen die außergewöhnlich vielen grippekranken Patienten". Allerdings bat Gassen Patienten auch "um Verständnis dafür, falls Terminplanungen aufgrund des Ansturms auf die Praxen kurzfristig verändert werden müssen".

(csr)
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