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HIV-Diagnosen in England vermutlich um 26 Prozent gestiegen: Geschlechtskrankheiten nehmen drastisch zu

HIV-Diagnosen in England vermutlich um 26 Prozent gestiegen : Geschlechtskrankheiten nehmen drastisch zu

London (rpo). England ein Mekka für Geschlechtskrankheiten? Darauf deuten die neuesten Zahlen aus einem Bericht des parlamentarischen Gesundheitsausschusses hin. Demnach stieg allein die Rate der Syphilis-Infektionen in den vergangenen sechs Jahren um 500 Prozent an.

Die Rate der Gonorrhö-Infektionen habe sich verdoppelt. Jede zehnte sexuell aktive junge Frau in England sei mit Chlamydien infiziert. Für 2002 werde eine 26-prozentige Steigerung der Zahl der HIV-Diagnosen gegenüber dem Vorjahr erwartet. Dies würde die höchste Steigerung seit Ausbruch der Epidemie bedeuten. Seit langem bestehende Finanzknappheit führe dazu, dass die staatlichen Ambulanzen für Geschlechtskrankheiten mit der Nachfrage nach Beratung nicht Schritt halten könnten. Sie müssten jede Woche hunderte Menschen abweisen. Darüber hinaus würden junge Leute nur unzureichend über die Gefahren ungeschützten Geschlechtsverkehrs informiert.

Der Ausschuss äußerte sich entsetzt über die drohende Krise und forderte die Regierung von Premierminister Tony Blair auf, dafür zu sorgen, dass potenziell infizierte Patienten innerhalb von 48 Stunden Zugang zu einer Ambulanz erhalten. Darüber hinaus forderte der Ausschuss die sofortige Einrichtung eines nationalen Programms zur Untersuchung auf Chlamydien und empfahl, Sexualunterricht verbindlich in den Lehrplan von Oberschulen aufzunehmen.