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Veranstaltungs-Tipp: Genug geschnarcht - endlich ruhig schlafen

Veranstaltungs-Tipp : Genug geschnarcht - endlich ruhig schlafen

In den deutschen Schlafzimmern wird geschnarcht was das Zeug hält. Doch Vorsicht: Neben den laut knatternden Geräuschen, die so manchen Partner auf die Couch flüchten lassen, sind die Folgen oft gesundheitsschädigend.

Die Quote der schnarchenden Deutschen ist hoch. 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen über 60 Jahre schnarchen regelmäßig. Die Anzahl schnarchender Kinder hält sich dagegen mit 10 Prozent gering.

Die gesundheitlichen Folgen können dabei von unterschiedlichem Ausmaß sein. So kann das Schnarchen in der Nacht nicht nur zum Beziehungskiller werden und für getrennte Schlafzimmer sorgen, sondern auch zu unbemerkten Atemaussetzern führen.

Folgen sind dann eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns und ein ständiges Müdigkeitsgefühl. Konzentrationsschwächen und geringere körperliche Leistungsfähigkeit sind ebenfalls mögliche Folgen.

Der Schlaf würde durch Atemaussetzer immer wieder unterbrochen und dadurch nicht ausreichend erholsam, erläutert Wolfgang Hornberger vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Neumünster.

Gesundheitliche Folgen für den Partner

Nicht unbedeutend ist das Gesundheitsrisiko für den Partner. Angefangen bei einer Schnarch-Lautstärke von 20 Dezibel, können diese laut schwedischem Rekordhalter Kare Walkert bis zu 93 Dezibel laut werden. Das sind Lautstärken im Rahmen von leichtem Laubrascheln bis hin zur stark befahrenen Autobahn. Fest steht: Schnarchen verhindert erholsame Tiefschlafenphasen und führt im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen.

Ursachen des Schnarchens

Eine mögliche Ursache für das Schnarchen, ist oft das Erschlaffen der Muskulatur im Rachenraum. "Daraufhin sind die Atemwege verschlossen", sagt der Lungenfacharzt und Schlafmediziner Dr. med. Charles Lange.

In den meisten Fällen ist eine nicht intakte Nasenatmung der Auslöser. Eine verstopfte Nase oder eine erschlaffte Muskulatur im Nasen-Rachen-Bereich, sowie eine Nasenscheidewandverkrümmung lösen kurz- und auch langfristig Schnarch-Geräusche während des Schlafes aus.

Generell lässt sich zwischen der Nasen- und Mundatmung unterscheiden. Wobei die Mundatmung eher ungewöhnlich ist und zu einem Schwingen des Zäpfchens und des Gaumengewebes führt. Durch dieses "flattern" entsteht das störende Geräusch in den oberen Atemwegen.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache und Patient gibt es unterschiedliche Arten der Behandlung. Neben operativen Eingriffen gibt es ambulante Behandlungen der Nasenschwellkörper mithilfe von Radiowellen. Therapien mit einer Art Maske, die den Schnarcher nachts mit Sauerstoff versorgen, werden unter anderem bei der Informationsveranstaltung "Genug geschnarcht — endlich ruhig schlafen" am 26. September in Düsseldorf vorgestellt.

Patienten, denen die Maske ebenso wenig hilft wie eine Operation der Atemwege, können beim spezialisierten Zahnarzt so genannte "Schnarcher-Schienen" bekommen. "Sie werden individuell angepasst und bringen den Unterkiefer in eine vorgerückte Position. Dadurch kann die Zunge nicht in den Rachen rutschen und die Atmung behindern", erklärt Zahnmediziner Dr. Hansjörg Lammers.

Neben den medizinischen Methoden, die helfen sollen gegen das Schnarchen anzugehen, sind auch allgemeine Gesundheitstipps förderlich. So kann es hilfreich sein auf Alkohol zu verzichten oder das eigene Körpergewicht zu reduzieren. Weit ab von Operationen und unterstützenden Atemgeräten raten Ärzte oftmals vorher Nasenpflaster und Mundschienen zu testen.

Geschichtlicher Hintergrund

Wissenschaftler vermuten, dass das Schnarchen als häufigeres Symptom bei Männern, genetische veranlagte Gründe haben kann. So war es bereits zu Urzeiten eine verbreitete Eigenschaft, die den Stammesoberhäuptern damals half, Tiere und Feinde durch die lauten Geräusche fern zu halten.

Hier geht es zur Infostrecke: Zehn Tipps: Der gesunde Schlaf

(sgo/anch)