Hoffnung für Patientinnen nach Radio- oder Chemotherapie: Gefrorene Eierstöcke zur späteren Fortpflanzung

Hoffnung für Patientinnen nach Radio- oder Chemotherapie : Gefrorene Eierstöcke zur späteren Fortpflanzung

London (rpo). Bislang bestand für Frauen nach einer Radio- oder Chemotherapie keine Hoffnung mehr noch ein Kind zu bekommen. Die Behandlungen bedeuteten immer auch die Unfruchtbarkeit für die Frau. Jetzt gibt es neue Hoffnung.

Wenn ihre Eierstöcke eingefroren werden, kann nach einem Bericht des Fachorgans "The Lancet" (Internet-Ausgabe) später eine künstliche Befruchtung versucht werden. Die Behandlung einer jungen Krebs-Patientin durch ein Team um Kutluk Oktay an der Cornell-Universität in New York gelang jedoch nur teilweise: Die Forscher erzeugten aus ihrem Eierstockgewebe befruchtungsfähige Eizellen.

Auch konnte ihr ein Embryo in den ersten Entwicklungsstadien in die Gebärmutter eingepflanzt werden, dessen Austragung dann jedoch misslang.

Junge Frauen, die sich zur Krebsbehandlung bestrahlen lassen, verlieren oftmals ihre Fruchtbarkeit. Radio- und Chemotherapie bekämpfen nicht nur den Krebs, sondern zerstören auch das Gewebe der Eierstöcke. Zumeist bleibt nicht die Zeit, die Eierstöcke zur kurzfristigen Ausschüttung von zahlreichen Eizellen anzuregen. So entschließen sich manche Patientinnen, ihre Eierstöcke herausoperieren und einfrieren zu lassen.

In einem solchen Fall intervenierte das Team von der Cornell-Universität. Die Betroffene hatte sich mit 30 Jahren vor einer Brustkrebs-Behandlung einen Eierstock entfernen und diesen einfrieren lassen. Als sie 36 Jahre alt war, ließ sie sich Eierstockgewebe unter die Bauchhaut pflanzen. Dort setzte dann wie gewünscht die Produktion von Eizellen ein. Innerhalb von acht Monaten zählten die Ärzte mindestens 20 Eizellen. Eine davon wurde künstlich befruchtet und der Frau dann eingepflanzt.

"In zweierlei Hinsicht ist dies ein möglicherweise bedeutender Fortschritt in der Fortpflanzungsmedizin", sagte Oktay. "Einerseits können Frauen durch Einfrieren von Eierstockgewebe ihre Fruchtbarkeit konservieren, andererseits wird eine Schwangerschaft selbst nach langer Einfrierzeit ermöglicht."

Allerdings halten die Forscher es für erforderlich, zunächst weitere Erkenntnisse zu sammeln. So waren die Eizellen aus dem eingepflanzten Eierstockgewebe nur halb so groß wie sonst üblich.

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