Schräger Beauty-Trend aus Japan: Faltenfrei durch Schneckenschleim

Schräger Beauty-Trend aus Japan : Faltenfrei durch Schneckenschleim

Schnecken, die auf schleimigem Film vorangleiten, auf dem Weg zum nächsten Pflanzenopfer. Statt sich zu grämen täten Gartenfreunde vielleicht besser daran, die Tierchen von den Blättern zu pflücken und sie sich ins Gesicht zu legen. Das schließlich ist ein neuer Beauty-Trend aus Asien.

Sonst als Schädling vernichtet, werden sie nun als Nützlinge auf Bio-Gemüse gezüchtet: Wundervolle Wirkung auf runzeliger und fahler, trockener oder verbrannter Haut verspricht der Einsatz schleimiger Schnecken. In Japan sind die neueste Renner. Es klingt nicht besonders ansprechend und ist vermutlich auch nicht die schnellste aller Schönheitsbehandlungen, doch ist Schneckenschleim schon seit einigen Jahren in manchen Creme-Tiegeln eine der Ingredienzien. Selbst Hollywood-Schönheit Katie Holmes soll ihren makellosen Teint dem Schleim der Schnecken verdanken.

In reinster Form kommt es mit der Schnecke selbst auf die Haut, denn dann entfallen alle Stabilisatoren und Haltbarmacher, die das zähe, klare Etwas in Dosen und Tuben konservieren, bis sie auf Falten zeigen können, was in ihnen steckt.

Dieses Geheimnis liegt im klaren Schleim

Im Clinical-Salon Ci: z.Labo in Tokio wird der neueste Beauty-Trend präsentiert: Auf der frisch gewaschenen Haut einer jungen Japanerin platziert die Kosmetikerin vorsichtig drei Mollusken. Sie kriechen sanft auf die Wangen und die Stirn, die zuvor mit speziellen Massagen und Cremes auf diesen Höhepunkt vorbereitet wurden. Nach der Behandlung soll das Sekret der Tiere einfach trocknen, bis es nach kurzer Zeit abblättert. Ob Schneckenschleim wirklich der Beautykick ist, bleibt im Dunkeln, schaut man der jungen Probandin ins ohnehin makellose Antlitz.

Im klaren Schleim soll das Geheimnis liegen: Proteine, Antioxidantien und Hyaluronsäure verbergen sich angeblich in ihm. Das alles sind bekannte Inhaltsstoffe, die erfolgreich von der Kosmetikindustrie in Dosen verpackt erst auf die Badtische und dann in die Gesichter unzähliger junger und älterer Frauen auf der ganzen Welt gelangen. Nicht annähernd so gewöhnungsbedürftig aber sind Weizenkleie und Gurkenscheiben im Gesicht, mit denen sich Schönheitsbewusste bislang zu einem frischen und glatten Teint verholfen haben.

Hilfe für geschädigte Haut aus den Schleimdrüsen

Dafür bergen die bekannten Schönheitsoffensiven auch nicht so viele Vorteile auf einmal, wie die unmittelbaren Behandlung vom Tier am Menschen: Das Gleitsekret soll die Reduktion von Entzündungen sein. Besonders bei von Sonne geschädigter Haut soll der Schneckenschleim wahre Wunder bewirken. Die natürlichen Chemikalien spenden Feuchtigkeit, linden Hauterkrankungen und Ausschläge. Die Weichtiere tragen, so will es die ohnehin schöne Japanerin auf ihrer Haut zeigen, abgestorbene Hautschüppchen ab. Ähnliches präsentierte der Beauty-Markt vor einigen Jahren mit kleinen Saugbarben, die die verhornte Haut von den Füßen ihrer Kunden knibbelten.

Damit die gleitenden Nützlinge clean das menschliche Antlitz beschleimen und nicht etwa Verunreinigungen auf die ohnehin schon angegriffene Hautoberfläche bringen, erfahren die Weichtiere eine wohltuende Aufzucht. Sie fressen sich durch Bio-Gemüse, Karotten, Spinat und Mangold.

Schönheit hat ihren Preis

Nach einem solch feudalen Werdegang wundert es nicht, dass Schönheit ihren Preis hat. Allein eine Schnecke kostet rund 81 Euro. Eine einstündige Behandlung ist für rund 180 Euro zu haben. Wem es zu teuer oder zu ekelig ist, direkt auf die glitschigen Helfer zurückzugreifen, der kann auch Cremes erwerben, in denen das kostbare Sekret gut konserviert auf sein Einsatzgebiet wartet.

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(wat)