US-amerikanische Studie: Facebook macht süchtiger als Alkohol oder Nikotin

US-amerikanische Studie : Facebook macht süchtiger als Alkohol oder Nikotin

Millionen Nutzer weltweit sind geradezu abhängig von Facebook oder Twitter und können sich ein Leben ohne Internet-Freundschaften kaum vorstellen. US-amerikanische Forscher von der University of Chicago haben herausgefunden, dass Facebook und andere soziale Netzwerke ein deutlich höheres Suchtpotential haben, als Alkohol oder Nikotin.

Als Ursache für diese neue Art der Abhängigkeit vermuten die Wissenschaftler laut Berichten des Magazins "Mens Health" das menschliche Bedürfnis nach Unterhaltung und Information. Nur Sex und Schlaf stellen der Studie zufolge noch größere Versuchungen dar.

Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Camebridge hatte zuvor ergeben, dass eine Facebook-Eintrag eine ähnliche psychische Wirkung hat, wie Essen oder Sex - das Agieren in dem sozialen Netzwerk löst demnach eine ähnliche Befriedigung wie gutes Essen oder Geschlechtsverkehr aus.

Die Wissenschaftler erklären die Wirkung mit dem Drang, etwas von sich selbst zu erzählen. 30 bis 40 Prozent der eigenen Redezeit verwende ein Mensch dazu, anderen von seinen Erlebnissen und Empfindungen zu berichten. Die Selbstoffenbarung an sich werde dabei als Belohnung empfunden.

Wie hoch der Befriedigungsgrad ist, testeten die Forscher aber nicht. Einem Freund von sich zu erzählen, sei aber vermutlich befriedigender, als mit einem Fremden zu sprechen. Bei ihren Experimenten beobachteten die Autoren, dass die Teilnehmer sogar auf Geld verzichteten, um etwas über sich selbst preisgeben zu können.

Im Schnitt waren die Probanden dazu bereit, 17 Prozent weniger Geld zu verdienen - nur, um statt Fragen zu anderen Menschen oder Sachthemen solche gestellt zu bekommen, die sich um ihr eigenes Leben drehten.

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(ots)