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Ebola wird sich laut Studie nach Europa ausbreiten

Studie : Ebola wird sich nach Europa ausbreiten

Die Ebola-Seuche dürfte sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bis nach Frankreich und Großbritannien kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Frankreich in den nächsten drei Wochen einen Fall gebe, liege bei 75 Prozent, so die britische Lancaster Universität.

Für Großbritannien bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Die Daten beruhen auf Mustern, wie sich die Krankheit bislang ausgebreitet hat und wie der Flugverkehr organisiert ist. In den von Ebola am stärksten getroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia werde viel französisch gesprochen und es gebe zahlreiche Reiseverbindungen nach Paris, hieß es in der Studie. Großbritannien sei gefährdet, weil London-Heathrow zu den weltgrößten Flughäfen zähle. Beide Länder haben jeweils einen erkrankten Bürger aus den Krisengebieten heimgeflogen und erfolgreich behandelt.

Ein Ebola-Verdacht in den Niederlanden hat sich gestern unterdessen vorerst nicht bestätigt. Nach ersten Bluttests leide der Patient an Malaria, teilten die Gesundheitsbehörden am Abend mit. Der Mann war am Samstag krank aus Sierra Leone zurückgekommen und in das Rotterdamer Universitätskrankenhaus gebracht worden. Wegen der langen Inkubationszeit der Infektionskrankheit müssten allerdings noch weitere Testergebnisse abgewartet werden, teilte ein Sprecher mit.

Indes hat Deutschlands erster Ebola-Patient das Krankenhaus nach fünfwöchiger Therapie gesund verlassen. Wie das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) mitteilte, wurde der Mann am Freitag entlassen. Er stammt aus dem Senegal und hatte sich im Kampf gegen Ebola in einem Labor in Sierra Leone angesteckt. Er war Ende August mit einem Spezialjet nach Hamburg gebracht worden. Ebenfalls am Freitag wurde ein zweiter Ebola-Patient, der sich auch in Sierra Leone infiziert hatte, in die Frankfurter Universitätsklinik gebracht. Die behandelnden Ärzte beschreiben seinen Zustand als kritisch, aber stabil.

In den USA, wo seit vergangener Woche ebenfalls ein Ebola-Patient behandelt wird, haben die Gesundheitsbehörden vorläufig Entwarnung gegeben. Nach Auftreten des ersten Falles seien bislang keine neuen Infektionen festgestellt worden, teilten die US-Zentren für Seuchenkontrolle mit. Keine der Personen, die nach dem Kontakt mit dem aus Liberia eingereisten Infizierten unter Beobachtung stünden, zeige Krankheitssymptome. Der Zustand des Erkrankten, der auf der Isolierstation einer Klinik in Dallas behandelt wird, verschlechterte sich indes. Die behandelnden Ärzte beschrieben ihn als kritisch, nachdem zunächst lediglich von einem ernsten Zustand die Rede war.

(RP)