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Drogenbericht: Crystal Meth wird zunehmend zum Problem in Großstädten

Sucht- und Drogenbericht 2014 : Crystal Meth wird zunehmend zum Problem in Großstädten

Noch ist Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge in Deutschland (5,6 Prozent der Bevölkerung), doch Crystal Meth breitet sich stetig aus und ist längst nicht mehr ausschließlich ein Problem der tschechisch-deutschen Grenzregion.

Die Bundesregierung muss diesem Prozess schleunigst entgegenwirken, damit die synthetische Droge nicht in einigen Monaten im gesamten Bundesgebiet zur zwar illegalen aber gängigen Leistungssteigerung wird.

Immer häufiger wird die aufputschende Droge, die zu den Methamphetaminen gehört, auch in Großstädten außerhalb von Bayern und Sachsen konsumiert. Das geht aus dem am Montag in Berlin vorgestellten Drogen- und Suchtbericht 2014 der Bundesregierung hervor. In Nordrhein-Westfalen wurde im vergangenen Jahr beispielsweise in 33 Fällen Crystal Meth sichergestellt.

Im Jahr 2012 waren es nur 18 Fälle. Das hohe Suchtpotenzial und die dramatischen gesundheitlichen Folgen - wie Nierenschäden, Zahnausfall und zersetzte Schleimhäute - machen die synthetische Droge besonders gefährlich. Schwierig dürfte an neuen Präventions-Programmen vor allem sein, dass es bei dieser Droge keinen Einheitskonsumenten gibt, die Programme also für ganz verschiedene Gruppen greifen müssen: "Vom Schüler über den Sportler bis zu normal Berufstätigen und Müttern konsumieren ganz verschieden Menschen Crystal Meth.

Das Motiv ist fast immer die Leistungssteigerung", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU). Auch wenn die Droge bisher vor allem in Bayern, Sachsen und einigen Großstädten konsumiert würde, müsse die Verbreitung und Entwicklung sehr aufmerksam beobachtet werden.

Weil Beobachten alleine die Drogenhändler aber nicht davon abhält, ihre neuen Produkte auf dem Markt zu verteilen, braucht es neue Kontrollen sowie Hilfs- und Präventionsprogramme. Das weiß auch die Drogenbeauftragte: "Wir müssen wir dafür sorgen, dass der Erstkonsum ausbleibt."

Die Bundesregierung setzt bei diesem Vorhaben bereits seit einigen Monaten auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden. So soll verhindert werden, dass die zum Großteil in Tschechien illegal produzierte Droge über die Grenze nach Sachsen oder Bayern kommt. Ein logischer Gedanke: Je weniger Crystal Meth im Umlauf ist, desto weniger kann konsumiert werden, umso langsamer und schwieriger die Verbreitung im Bundesgebiet. "Es gibt inzwischen Kontrollen an der Grenze und viele Sicherstellungen von Crystal Meth im Grenzgebiet", sagte Mortler.

Allein in Bayern stieg die Menge des von Behörden sichergestellten Crystal Meth im vergangenen Jahr um 151,5 Prozent im Vergleich zu 2012. Das sind knapp über 36 Kilogramm statt 14,3 Kilogramm im Vorjahr. In Sachsen stieg die Menge von aufgerundet 24,4 auf 26,6 Kilogramm — zum einen, weil mehr geschmuggelt wird, aber auch, weil die Kontrollen auf beiden Länderseiten besser würden. "Um den Konsum effektiv zu verhindern, müssen wir vor Ort, in den betroffenen Bundesländern, verstärkt Angebote schaffen", sagte Mortler, die das zu einer ihrer vordersten Aufgaben machen will. Zudem müssten die Länder bei der Suchthilfe unterstützt werden.

Es ist also ein breitangelegtes Hilfspaket, das die Bundesregierung weiter ausbauen und verstärken muss, um die Zahl der Drogensüchtigen auch in den kommenden Jahren zu senken — begleitet von der Hoffnung, dass die Drogenproduzenten nicht schneller sind.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was Crystal Meth aus Menschen macht