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Weltgesundheitsorganisation in Sorge: Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragbar

Weltgesundheitsorganisation in Sorge : Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragbar

Das neuartige Coronavirus - ein Verwandter des Sars-Erregers - versetzt Experten in Sorge. Aus Saudi-Arabien werden inzwischen 15 Tote gemeldet. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann es bei engem Kontakt auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Am Sonntagabend meldete die Nachrichtenagentur AFP, in Saudi-Arabien seien weitere Menschen an dem neuen hochgefährlichen Virus gestorben, das Ähnlichkeit mit der vor zehn Jahren weltweit grassierenden Atemwegserkrankung SARS aufweist.

Insgesamt habe es im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus nun bereits 15 Todesfälle gegeben, teilte am Sonntag das Gesundheitsministerium des Landes in Riad mit. Neun weitere Menschen seien erkrankt. Bisher war in Saudi-Arabien von elf Todesfällen gesprochen worden.

WHO-Vize-Generaldirektor Keiji Fukuda sagte am Sonntag bei einem Besuch in Riad, es gebe allerdings bislang keine Anzeichen für eine allgemeine Verbreitung. In Frankreich gab das Gesundheitsministerium einen zweiten Coronavirus-Fall bekannt, der nach einem "engen und längeren" Kontakt mit einem Infizierten aufgetreten sei.

Das neue Virus wurde vor rund einem Jahr entdeckt und hat Ähnlichkeit mit SARS. Es kann grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Anders als beim SARS-Virus führt der neue Erreger auch rasch zu Nierenversagen.

Der genaue Übertragungsweg ist noch unklar. In Deutschland war Mitte März in München ein Mann aus dem arabischen Raum an dem Virus gestorben, der 73-Jährige war zur Behandlung aus Abu Dhabi nach Deutschland gebracht worden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hatte bereits am Freitag erklärt, es bestehe kein erhöhtes Risiko für Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung. In Deutschland gab es dem RKI zufolge bislang zwei Fälle, einen in Essen und den in München. Die Infektionen seien dabei aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeschleppt worden. Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch habe es nicht gegeben.

Bei der von China ausgehenden SARS-Epidemie im Jahr 2003 waren weltweit rund 8000 Menschen infiziert worden, etwa 800 von ihnen starben.

(REU/AFP/pst)