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Rheuma: Chancen für rheumakranke Kinder

Rheuma : Chancen für rheumakranke Kinder

Die Perspektiven für Kinder mit Rheuma werden besser - bei Diagnose und Therapie. Heute dauert es im Durchschnitt nur noch drei Monate, bis sie zu einem Spezialisten kommen, vor zehn Jahren waren es noch neun Monate.

Das berichtete Michael Frosch, Präsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheuma (GKJR), am Mittwoch im Vorfeld einer Fachtagung. In Bochum kommen Experten vom 19. bis 22. September zum 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zusammen.

Die Fachärzte führen die positive Entwicklung bei Mädchen und Jungen auch auf die umfassenden Daten der Kinderkerndokumentation zurück, in der auf freiwilliger Basis Daten von mittlerweile fast 10.000 jungen Patienten aus ganz Deutschland gesammelt werden.

Neue Medikamente, vor allem die sogenannten Biologika, haben im letzten Jahrzehnt für den größten Durchbruch bei der Behandlung von Kindern mit Rheuma gesorgt. "Es ist aber immer noch so, dass die Therapien deutschlandweit sehr unterschiedlich durchgeführt werden. Die Kinderkerndoku hilft dabei, einen Standard zu entwickeln", sagte Kirsten Minden von der Charité in Berlin.

Insgesamt leiden in Deutschland schätzungsweise 20.000 Kinder und Jugendliche an chronisch rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen, etwa zwei Drittel davon an einer Form von Gelenkrheuma. Rheuma bei Kindern hat verschiedenste Ausprägungen und Verlaufsformen.

"Bei Kindern verläuft diese Entzündung oft noch aggressiver und schmerzhafter als bei Erwachsenen", sagte Frosch von der Uniklinik Münster. Deshalb müssten Diagnose und Therapie so früh wie möglich einsetzen. Dann hätten die jungen Patienten eine Chance von 50 Prozent, dass die Erkrankung nach der Pubertät verschwinde.

Hier geht es zur Infostrecke: Fünf Fragen zu Rheuma

(dpa)