Brasilien rät Schwangeren wegen Zika-Virus von Olympia-Reise 2016 ab

Zika-Virus: Brasilien rät Schwangeren von Olympia-Reise ab

Die brasilianische Regierung hat Schwangeren von einer Reise zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro abgeraten. 220.000 Soldaten werden eingesetzt, um die Nester der Gelbfiebermücke auszurotten.

Die Regierung reagierte damit auf den globalen Notstand, der am Montag durch die Weltgesundheitsorganisation WHO wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus ausgerufen worden war. Das teilte der Stabschef von Staatspräsidentin Dilma Rousseff am Montag mit.

"Das Risiko für schwangere Frauen ist sehr ernst zu nehmen. Es ist für sie eindeutig nicht ratsam, dieses Risiko einzugehen", sagte Kabinettschef Jaques Wagner. Rousseff selbst hatte in der Vorwoche angekündigt, "einen ernsthaften Kampf gegen das Zika-Virus zu führen".

Ab dem 13. Februar werden in dem größten südamerikanischen Land 220.000 Soldaten eingesetzt, um die Nester der Gelbfiebermücke Aedes aegypti auszurotten, die das Virus auf den Menschen überträgt. Gefährdet sind vor allem schwangere Frauen.

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In den vergangenen drei Monaten sind in Brasilien rund 4000 Kinder mit Mikrozephalie, einer abnormen Kleinköpfigkeit, geboren. Erwachsene können an dem Guillain-Barre-Syndrom erkranken, einer seltenen Nervenkrankheit. Diese kann zu dauerhaften Lähmungen führen.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich am Samstag bei der Rodel-WM am Königssee noch zuversichtlich gezeigt, das Virus in den Griff zu bekommen: "Wir haben an alle Nationalen Olympischen Komitees eine Art Leitfaden geschickt." Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der WHO-Warnung bekannt.

(lukra/sid)