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Arzneimittel ohne Rezept: Notfalls reicht Anruf vom Arzt bei Apotheke

Arzneimittel ohne Rezept : Notfalls reicht Anruf vom Arzt beim Apotheker

Apotheker dürfen verschreibungspflichtige Medikamente in der Regel nicht ohne ärztliches Rezept herausgeben. Sonst verschaffen sie sich einen wettbewerbswidrigen Vorteil. In Notfällen reicht es aber, wenn der Arzt dem Apotheker die Vergabe telefonisch bestätigt.

Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Allerdings muss das Rezept dann unverzüglich nachgereicht werden.

Der BGH gab der Klage eines Apothekers gegen einen Konkurrenten statt. Der Kläger hatte moniert, dass der Konkurrent ein verschreibungspflichtiges Medikament ohne ärztliches Rezept an einen Patienten herausgegeben hatte. Während das Oberlandesgericht Stuttgart die Klage abgewiesen hatte, bewerteten die Bundesrichter das Vorgehen als wettbewerbswidrig.

Die gesetzlich vorgesehene Verschreibungspflicht für bestimmte Medikamente diene dem Schutz des Patienten, urteilten die Bundesrichter. Sie dürfe daher von einem Apotheker nicht eigenmächtig übergangen werden. Das gelte erst recht, wenn der Patient dem Arzt nicht einmal bekannt sei. Denn für die Therapieentscheidung sei der Arzt und nicht der Apotheker zuständig. Daher sei es einem Patienten - von Notfällen abgesehen - ohne weiteres zumutbar, zunächst den ärztlichen Notdienst aufzusuchen.

(dpa)