"Ermutigende" Testergebnisse: Anwendung von Malaria-Impfstoff soll vorangetrieben werden

"Ermutigende" Testergebnisse : Anwendung von Malaria-Impfstoff soll vorangetrieben werden

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) will nach "ermutigenden" Testergebnissen den Einsatz seines neuen Malaria-Impfstoffes vorantreiben.

Kommendes Jahr solle bei der Europäischen Arzneimittelbehörde eine Einschätzung zu dem Impfstoff RTS,S eingeholt werden, teilte der Konzern mit. Sollte diese positiv ausfallen, könnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Verwendung des Impfstoffs ab 2015 in Afrika empfehlen. Das Medikament ist für Kinder in Afrika jenseits der Sahara gedacht, in Europa will GSK das Mittel nicht vermarkten.

GlaxoSmithKline legte bei einer internationalen Malaria-Konferenz im südafrikanischen Durban erste Ergebnisse seiner Versuchsreihe der Phase drei vor, an der mehr als 15.000 Kinder beteiligt waren. RTS,S war demnach nach der ersten Impfung bei 46 Prozent der Kinder zwischen fünf und 17 Monaten wirksam und bei 27 Prozent der Säuglinge im Alter von sechs bis zwölf Wochen. Bislang seien die Testergebnisse "ermutigend", sagte der Leiter der Testreihe, Lucas Otieno. Von der Fortsetzung der Tests verspreche er sich Erkenntnisse über die langfristige Wirkung der Impfung.

Die von Mücken übertragene Infektionskrankheit Malaria tötet jährlich 655.000 Menschen, zumeist Kinder in Afrika unter fünf Jahren. Vielerorts sind die Erreger gegen Malaria-Medikamente resistent. Derzeit werden mehrere Impfstoffe gegen die Krankheit entwickelt, der von GSK ist am weitesten.

Im November hatte GlaxoSmithKline ein enttäuschendes Ergebnis seiner Tests der Phase 2 von RTS,S bekannt gegeben. Seien im ersten Jahr nach der Impfung noch 43,6 Prozent der Kinder vor Malaria geschützt gewesen, nehme der Schutz ab, bis er nach vier Jahren überhaupt nicht mehr bestehe, hieß es im "New England Journal of Medicine".

Bei dieser früheren Testreihe habe es allerdings nur eine geringe Zahl von Probanden gegeben, erklärte Otieno nun. Außerdem seien die Untersuchungen in einem Gebiet von Kenia vorgenommen worden, wo es abweichende Malaria-Formen gebe. Die Tests der Phase drei erstreckten sich daher auf elf Orte in sieben Ländern.

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(AFP)