Als weltweit dritter Mensch: Mann aus Düsseldorf womöglich von HIV geheilt

Transplantation in der Uniklinik : Düsseldorfer womöglich von HIV geheilt

Ärzten ist bei der Behandlung von HIV-Patienten möglicherweise ein Durchbruch gelungen. Ein Düsseldorfer zeigt nach einer Transplantation in der Uniklinik keine Anzeichen des Virus mehr. Für eine Erfolgsmeldung ist es, laut Uni Düsseldorf, aber zu früh.

Im Kampf gegen das bislang als unheilbar geltende HI-Virus ist Forschern in dieser Woche ein vielleicht entscheidender Durchbruch gelungen. Nachdem am Dienstag ein Fall aus London bekannt geworden war, in dem der weltweit zweite Mensch keine Anzeichen der Erkrankung mehr zeigt, könnte jetzt auch ein Düsseldorfer geheilt sein.

Nach einer speziellen Stammzelltransplantation sei bei dem Mann das HI-Virus aktuell nicht nachweisbar, teilte die Universität Düsseldorf mit. Allerdings sei es noch zu früh, um von einer Heilung zu sprechen. Der Patient habe erst vor dreieinhalb Monaten Medikamente abgesetzt, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken.

Der Fall wurde bislang nicht in einem begutachteten Fachjournal publiziert. Ein Ärzteteam um Annemarie Wensing von der Medizinischen Universität Utrecht hatte auf einer Ärztekonferenz in Seattle von seinem Fortschritt berichtet, wie die Fachzeitschrift „New Scientist“ schreibt.

Allerdings sei es noch zu früh, um von einer Heilung zu sprechen. Der Patient habe erst vor dreieinhalb Monaten Medikamente abgesetzt, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken. Der Fall wurde bislang nicht in einem begutachteten Fachjournal publiziert.

HIV ist Auslöser der Immunschwächekrankheit Aids, wenn es nicht durch Medikamente unterbunden wird.

Zwei weitere Patienten sind ebenfalls auf diese Weise behandelt worden. Bei ihnen müssen die Forscher allerdings noch abwarten, sie haben ihre Medikamente noch nicht abgesetzt.

Vor den beiden Fällen in dieser Woche galt der Fall des US-Amerikaners Timothy Brown 2007 als einzige dokumentierte Heilung eines HIV-Patienten. Der „Berliner Patient“ war geheilt worden, nachdem ihm Knochenmark eines Spenders transplantiert worden war.

Eine Universallösung im Kampf gegen HIV ist diese Methode allerdings aufgrund der starken Nebenwirkungen nicht. Die Behandlung sei, laut der Mediziner, nur für eine kleine Anzahl an Patienten, die zusätzlich an Krebs erkrankt sind, als eine „letzte Option“ denkbar.

(cpas/dpa)
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