Alarm auf Philippinen: Erster Polio-Ausbruch seit 19 Jahren

Alarm auf Philippinen : Erster Polio-Ausbruch seit 19 Jahren

Eigentlich galt Polio auf den Philippinen als ausgerottet. Jetzt, nach 19 Jahren, ist die gefährliche Infektionskrankheit zurück. Die Behörden rufen zu Massenimpfungen auf.

Das Gesundheitsministerium in Manila spricht von einem "Polioausbruch", nachdem in Lanao del Sur bei einem dreijährigen Mädchen die Krankheit diagnostiziert und in den Abwässern von Manila und Davao das Polio-Virus nachgewiesen wurde, wie philippinische Medien berichteten.

Gesundheitsminister Francisco Duque habe eindringlich Eltern, Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen und Behörden aufgerufen, die Massenimpfung gegen Polio zu unterstützen. "Das ist der einzige Weg, den Polioausbruch zu stoppen und unsere Kinder vor der Kinderlähmung durch diese Krankheit zu schützen", betonte der Minister.

Seit dem Jahr 2000 galt Polio auf den Philippinen als ausgerottet. Impfstoffe gegen die Krankheit sind seit den 1950er Jahren verfügbar. Die Erkrankungszahlen sind seitdem weltweit stark rückläufig.

Die Philippinen sind in diesem Jahr von mehreren massiven Ausbrüchen von Infektionskrankheiten betroffen. Mehr als 900 Menschen sind in den ersten sieben Monaten bereits an dem von Moskitos übertragenen Denguefieber gestorben. Das sind doppelt so viele wie 2018. Mehr als 210.000 Menschen sind an Dengue erkrankt.

Zudem grassierten im Februar die Masern auf den Philippinen, rund 130 Menschen starben daran. Die von den Gesundheitsämtern angebotene kostenlose Masernimpfung für Kinder wurde von vielen Eltern boykottiert.

Seit dem Skandal um Dengvaxia, einem Impfstoff gegen Dengue, sitzt auf den Philippinen das Misstrauen gegen Impfungen tief. In einer breit angelegten Impfkampagne wurden dort mehr als 800.000 Kinder mit Dengvaxia geimpft. Nach dem Tod von 14 Kindern aus dem Impfprogramm wurde das Serum des französischen Pharmaunternehmens Ende 2017 von den Behörden verboten.

(felt/kna)
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