Körper stellt auf Sparflamme um Ab 40 in die Breite

Düsseldorf (rpo). Plötzlich geht der Hosenknopf nur noch mit Mühe zu, das Lieblings-T-Shirt liegt nicht mehr nur am Busen eng an. Obwohl sich das Essverhalten gar nicht verändert hat, gehen viele ab 40 schlagartig in die Breite. Was ist passiert?

Um den vierzigsten Geburtstag herum verändert sich unser Körper, er schaltet auf Sparflamme. So wird in dieser Lebensphase der gesamte Hormonhaushalt gedrosselt. Wir produzieren weniger Schilddrüsenhormone, die bis dahin den Stoffwechsel auf Trab gehalten haben. Das Stoffwechseltempo sinkt um bis zu 15 Prozent. Dadurch verbrennt die mit der Nahrung aufgenommene Energie langsamer, wir kommen mit weniger Essen aus.

Frauen neigen außerdem stark zu Pölsterchen, weil das Sexualhormon Östrogen immer weniger wird, das bisher gleichzeitig als Appetitbremse gewirkt hat. Da auch die Menge des als Jungbrunnen gefeierten Sexualhormons DHEA (Dehydroepiandrosteron) sinkt, wird mehr Fett gespeichert. Denn DHEA dient nicht nur als Vorläuferhormon für Östrogen, sondern führt auch dazu, dass Fett in Körperwärme umgewandelt wird.

Weniger Muskeln und mehr Fett

Von der schwindenden Muskelmasse sind Männer wie Frauen betroffen. Während in jungen Jahren der Anteil der Muskeln noch rund 30 Prozent beträgt, sinkt er ab 40 Jahren stetig. Das führt jedoch nicht zu einem Gewichtsverlust. Im Gegenteil: Das nun muskelfreie Gewebe füllt sich schnell mit Fettzellen. Diese verbrauchen weniger Energie als Muskelzellen. Der geringere Kalorienbedarf führt bei gleichem Essen wieder zu mehr Fettzellen, die den Stoffwechsel weiter verlangsamen.

Als wäre das alles nicht genug, beginnt der Körper mit 30 seinen Wassergehalt von 65 auf 55 Prozent zu senken. Ab 40 führt der natürliche Knochenstoffwechsel zu einer sinkenden Knochenmasse - wir schrumpfen jedes Jahr ein bisschen. Mit 80 sind Frauen dann im Schnitt acht und Männer fünf Zentimeter kleiner. Wer aber mit 1,75 Meter genauso viele Kilos auf die Waage bringt wie mit 1,70 Meter, ist dafür um ein paar Zentimeter breiter.

Einfach weniger zu essen, ist aber nicht die Lösung. Der Körper benötigt weiterhin genauso viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, von manchen sogar mehr als mit 30 Jahren. Wer ausladende Hüften und Speckbauch vermeiden will, der muss bewusster essen und öfter auf Süßigkeiten verzichten. Regelmäßiger Sport erhält nicht nur Muskeln, sondern kurbelt den Stoffwechsel an und verlangsamt den Knochenabbau.

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