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New York: 600 Mikrobenarten in der New Yorker U-Bahn

New York : 600 Mikrobenarten in der New Yorker U-Bahn

Sogar die Erreger von Pest, Milzbrand und Lungenentzündungen fanden Forscher in den 466 Stationen.

In der New Yorker U-Bahn haben Wissenschaftler mehr als 600 bekannte Mikrobenarten gefunden. In den 466 Stationen des U-Bahn-Netzes entdeckten die Forscher der Cornell-Universität unter anderem Viren, Bakterien und Pilze, wie aus ihrer Studie hervorgeht. Darunter waren auch krankheitserregende Bakterien, die resistent gegen Medikamente sind, sowie DNA-Spuren von nicht mehr ansteckenden Pest- und Anthraxerregern.

Hunderte weitere Mikroben konnten die Wissenschaftler, die 17 Monate lang die U-Bahn-Stationen mit Nylontupfern untersucht hatten, keinem existierenden Lebewesen zuordnen. Die meisten der Funde sind den Forschern zufolge aber keine Krankheitserreger, sondern können das Immunsystem der Fahrgäste sogar positiv beeinflussen. Allerdings hatten es die potenziell gefährlichen Keime in sich: So fanden die Forscher etwa den Milzbranderreger Anthrax sowie Auslöser von Beulenpest und Tetanus (Wundstarrkrampf). Ein besonders häufiger Fahrgast ist das Penicillin-resistente Bakterium Acinetobacter baumannii, das Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Hirnhautentzündungen verursachen kann. Es wurde in 220 U-Bahn-Stationen entdeckt.

Die New Yorker Behörden zeigten sich wenig erfreut über die im Journal "Cell Systems" veröffentlichte Studie und warnten vor Panikmache. "Extrem fehlerhaft" und irreführend sei das Papier, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde der "New York Times".

Studienleiter Christopher Mason sagte dem "Wall Street Journal", dass es keinesfalls darum gehe, den Menschen Angst zu machen: "New York ist nun mal eine Großstadt, das Ergebnis ist bei 5,5 Millionen Fahrgästen pro Tag nicht überraschend. Wir wollen nur darauf hinweisen, dass Hygiene eben wichtig ist."

(DPA)