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Ausgaben der Krankenkassen: 42 Millionen Euro für Selbsthilfe

Ausgaben der Krankenkassen : 42 Millionen Euro für Selbsthilfe

Die Ausgaben der Krankenkassen für Selbsthilfegruppen sind in den vergangenen fünf Jahren um 9,2 Prozent gestiegen. Wie eine interne Aufstellung des Spitzenverbandes der Krankenkassen zeigt, lagen die Ausgaben im Jahr 2008 bei 38,46 Millionen Euro und werden in diesem Jahr voraussichtlich 42 Millionen Euro betragen.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist per Gesetz verpflichtet, Gruppen, Organisationen und Kontaktstellen für die Selbsthilfe zu unterstützen. Ziel ist es, dass die Betroffenen und ihre Angehörigen in den Gruppen mehr über ihre Krankheit oder Behinderung erfahren und sich gegenseitig auch mental unterstützen können. Die Krankenkassen geben nur finanzielle Mittel für die Selbsthilfe. Die Betroffenen organisieren sich selbst.

Eine zwischen Krankenkassen, Ärzten und Selbsthilfeorganisationen ausgehandelte Liste regelt, bei welchen Krankheitsbildern die Selbsthilfe gefördert wird. Dazu zählen beispielsweise Volkskrankheiten wie Infarkt und Schlaganfall, Rheuma und Allergien. Auch Behinderungen wie Schwerhörigkeit, Down-Syndrom oder Kleinwuchs gehören in die Liste. Bei chronischen Schmerzen, Aids, Suchterkrankungen oder auch Nervenleiden werden ebenfalls die Selbsthilfe-Gruppen mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen gefördert.

Das Engagement der Kassen dürfe allerdings nicht dazu führen, "dass sich die öffentliche Hand aus ihrer Verpflichtung gegenüber der Selbsthilfe zurückzieht", betonte Gernot Kiefer, Vorstand im GKV-Spitzenverband.

Die Krankenkassen haben nun einen neuen Leitfaden aufgelegt, der die Verteilung der Mittel regelt. Grundsätzlich fließt die Hälfte der Fördermittel über Pauschalförderung an die Selbsthilfeorganisationen. Damit können beispielsweise Raumkosten und Büroausstattung sowie Informationsmaterial bezahlt werden.

Die anderen 50 Prozent der Mittel können die Kassen über eine gezielte Projektförderung vergeben. Dafür wurden die Regeln nachgebessert. Die Mittel sollten "transparent, gerecht und wirksam" vergeben werden, betonte Kiefer. Im Rahmen der individuellen Förderung können beispielsweise Projekte mit Vorbildcharakter unterstützt werden, die anderen Selbsthilfegruppen nutzen können.

(qua)