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Mückenstich: Hausmittel und Behandlung - das hilft wenn's juckt

Sommerzeit ist Mückenzeit : Wenn es juckt und brennt - das hilft bei einem Mückenstich

Nach langem Warten auf die warmen Sonnenstrahlen ist es nun so weit. Die warme Jahreszeit klopft an die Haustür und lockt ins Freie. Doch auch die Mücken genießen das schöne Wetter und stürzen sich auf den Menschen. Mückenstiche sind die Folge.

Die meisten Insekten, wie Bienen, Wespen und Hornissen, stechen und injizieren Gift in die Haut, um sich in Notlagen verteidigen zu können. Weibliche Mücken hingegen stechen, um Blut zu saugen und sich zu vermehren. Denn ihre Eier können sich nur mithilfe von Proteinen aus menschlichen oder tierischen Blut entwickeln. Dabei hinterlassen die garstigen Blutsauger unangenehme Stiche, die einem danach über mehrere Tage Unbehagen und Juckreiz bereiten. Im schlimmsten Fall lösen Mückenstiche eine allergische Reaktion aus oder übertragen gefährliche Krankheitserreger.

Nichtsdestotrotz bleibt der ein oder andere Mückenstich aus, und daher kann es wohl nicht schaden, ein paar grundlegende Dinge über die Folgen eines Mückenstichs zu erfahren.

Wie gefährlich ist ein Mückenstich?

Für die meisten Menschen sind Mückenstiche harmlos. Der Körper löst eine Reaktion mit Juckreiz, Schwellung und Rötung aus, die nach wenigen Tagen wieder abklingt. Es gibt jedoch auch Menschen, die auf einen Mückenstich empfindlicher als andere reagieren. So kommt es möglicherweise zu einer linsen- bis münzgroßen Quaddel. Gleichwohl kann ein besonders starker Juckreiz rund um die Einstichstelle auftreten, der sich bis zu einem schmerzhaften Brennen verschlimmert und noch tagelang anhält. Auch eine großflächige Rötung der Haut ist bei einem Mückenstich möglich. Und wenn zu alledem noch grippeähnliche Beschwerden auftreten, wie beispielsweise Fieber, Schüttelfrost und Kopf- und Gliederschmerzen, spätestens dann sollte ein Arzt konsultiert werden. Dann liegt der Verdacht nahe, dass es sich hierbei entweder um eine allergische Reaktion oder sogar um eine gefährliche Viruserkrankung handeln könnte.

Hinweis: Einheimische Mücken sind im Allgemeinen ungefährlich. Allerdings gibt es in den europäischen Gefilden mittlerweile Mückenarten, die für den Menschen in (seltenen) Fällen sogar lebensbedrohliche Auswirkungen haben können. Darunter sind zum Beispiel die asiatische Tigermücke, die japanische Buschmücke und die Gelbfiebermücke. Diese Exoten sind in der Lage, wenn auch nur in den seltenen Fällen, schwere Tropenkrankheiten wie das Dengue-Fieber, West Nil-Fieber oder das Chikungunya-Fieber auf den Menschen zu übertragen.

Angesichts des anhaltenden Klimawandels besteht sogar das Risiko, dass auch heimische Stechmücken die Menschen mit exotischen Erregern wie das Sindbis-Virus, das Batai-Virus oder das Tahyna-Virus infizieren können. Übrigens: In Deutschland gibt es mehr als 50 Arten von Mücken.

Wieso juckt ein Mückenstich?

Ohne Zweifel, Mücken können uns Menschen ganz schön auf die Geduldsprobe stellen, ganz gleich, ob es das Surren, der Mückenstich oder das Jucken danach ist. Letzten Endes sind Begegnungen mit Mücken unausweichlich und der Stich lässt auch nicht lange auf sich warten. Der eigentliche Mückenstich ist an und für sich schmerzfrei. Das liegt daran, dass die Mücke - aber nur die Weibchen - vor dem Stich die Haut an wenigen Stellen anritzt und anschließend ihren Stechrüssel hineinbohrt. Anschließend pumpt sie ihren Speichel in die Wunde, der die Haut betäubt. Zudem wird noch ein gerinnungshemmender Stoff beigemischt, damit das Blut flüssig bleibt und die Mücke in aller Ruhe saugen kann, ohne erneut zustechen zu müssen.

Wenngleich der Mückenstich per se als weitgehend harmlos bezeichnet werden kann, so erweisen sich die Folgen als weniger harmlos. Indem die körpereigene Abwehr aktiviert wird, stößt der Organismus des Menschen Histamin aus. Es handelt sich hierbei um ein Hormon, das die Blutgefäße weitet und dafür sorgt, dass sich im Gewebe rund um die Einstichstelle Flüssigkeit sammelt. Neben der typischen Schwellung setzt der lästige Juckreiz ein. Wie stark das eigene Immunsystem auf den Stich einer Mücke reagiert, hängt letzten Endes von jedem Einzelnen ab.

Hinweis: Wer einen Mückenstich bemerkt, sollte sich das Kratzen verkneifen - selbst wenn es schwer fallen sollte. Denn durch das Aufkratzen der Wunde besteht die Gefahr, dass Bakterien in die Haut eindringen und Infektionen verursachen. Der Heilungsprozess wird dadurch nur unnötig in die Länge gezogen.

Wie lange juckt ein Mückenstich?

Wie lange der Juckreiz am Ende dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen kommt es darauf an, ob die Mücke ausreichend Zeit hatte, um den Speichel vollständig in die Haut zu injizieren. Zum anderen richtet sich die Dauer des Juckreizes auch nach der Intensität der allergischen Reaktion des Menschen auf einen Mückenstich.

Bei den meisten Menschen klingt ein Mückenstich nach wenigen Tagen und das Jucken verschwindet. Sollte der Juckreiz erneut auftreten, handelt es sich wahrscheinlich um eine allergische Spätreaktion. Wichtig ist, nicht selbst an der Einstichstelle herumzudoktern oder die Haut durch wiederholtes Kratzen noch mehr zu reizen. Dieser Aktionismus führt gewöhnlich selten zum Ziel und macht das Ganze viel schlimmer - schnell wird aus einem Jucken ein Brennen.

Übrigens: Die Mückenart hat keinen Einfluss auf die Dauer des Juckreizes.

Warum soll man an einem Mückenstich nicht kratzen?

Bei einem Mückenstich schaltet das Immunsystem des Körpers auf Verteidigung. Zur Abwehr des injizierten Speichels der Mücke schütten Immunzellen das Hormon Histamin aus, das die Entzündung und den unangenehmen Juckreiz auslöst. Instinktiv kratzen Betroffene an der betreffenden Hautstelle, damit das Jucken schnell vorbeigeht. Doch weit gefehlt: Durch das Kratzen wird der Mückenspeichel verteilt, woraufhin der Körper noch mehr Histamin ausschüttet. Die bereits irritierte Haut wird noch mehr gereizt und der Juckreiz wird verstärkt - ein Teufelskreis.

Ein weiterer Grund, warum von Mückenstichen geplagte Menschen nicht an der Einstichstelle knubbeln sollten, ist das Risiko, dass Bakterien in die Stichstelle eindringen und eine Infektion auslösen. Besonders gefährlich wird es für die eigene Gesundheit, wenn sich die Krankheitserreger in den Lymphbahnen oder Blutbahnen vermehren. In diesem seltenen Fall können schwerwiegende Komplikationen hervorgerufen werden, die sogar schwerwiegend bis lebensbedrohlich werden können.

Aus diesen Gründen sollten Betroffene von Mückenstichen die Finger lassen und auf eines der zahlreichen Hausmittel zurückgreifen. Wer sich dem dringenden Wunsch zu kratzen dennoch nicht verwehren kann, sollte die betroffene Hautstelle desinfizieren.

Welches Hausmittel hilft bei einem Mückenstich?

Sofern die blutsaugenden Insekten trotz aller Vorsicht dennoch zugestochen haben, empfiehlt es sich, möglichst schnell zu reagieren und die Einstichstelle zu kühlen. Dafür eignen sich Eiswürfel, Kühlpads und kaltes Wasser, bei deren Anwendung der starke Juckreiz sowie die ausgeprägte Schwellung gelindert werden. Bei einer heftigen Reaktion rund um den Mückenstich können Betroffene bei Bedarf zusätzlich ein Antihistaminikum aus der Apotheke einnehmen. Ansonsten gibt es viele natürliche Hausmittel, die die Symptome lindern und abklingen lassen.

Aloe Vera: Sie gehört zu den ältesten Heilpflanzen, die der Mensch kennt. Bereits im Mittelalter galt ihr Saft als eine der wichtigsten Heilmittel und findet bis heute Anwendung. Er wirkt entzündungshemmend, hautgenerativ und antibakteriell. Aloe Vera spendet Feuchtigkeit und lindert Reizungen der Haut. Darüber hinaus hat sie eine gute kühlende Wirkung und hilft gegen einen ständigen Juckreiz. Einfach mit einem Messer ein Stück eines Aloe-Blattes abschneiden und die Schnittfläche mit dem Gel auf die vom Mückenstich betroffene Stelle legen. Die älteren, dicken Blätter der Aloe Vera-Pflanze sind dazu am besten geeignet, denn in ihnen liegen die Wirkstoffe am stärksten konzentriert vor.

Zwiebeln: Um den Juckreiz und die Schwellung zu lindern, eignet sich auch eine frisch aufgeschnittene Zwiebel, die auf den Mückenstich gelegt wird. Die schwefelhaltigen Substanzen der Speisezwiebel entfalten eine antibakterielle, entzündungshemmende und desinfizierte Wirkung. Zudem sorgt der Zwiebelsaft dafür, dass die Einstichstelle nicht so anschwillt. Den gleichen Effekt erzielt auch Knoblauch.

Apfelessig: Gegen den Juckreiz und die Entzündungen rund um die Einstichstelle hilft Apfelessig, aber nur dann, wenn es unmittelbar nach dem Stich auf die Wunde geträufelt wird. Es hilft den Speichel der Mücke zu neutralisieren und somit den Juckreiz und die Schwellung schnell und effektiv zu unterbinden. Am besten einen Wattebausch oder ein Tuch in Apfelessig tauchen und fünf Minuten auf den Mückenstich legen.

Zitronen- oder Limettensaft: Der frische Saft einer Zitrone oder Limette wirkt bei einem Mückenstich kühlend und lindert den Juckreiz. Des Weiteren erweist sich der ihr Saft als antibakteriell und beugt zugleich Entzündungen vor. Sollte der Stich einige Tage zurückliegen, bleibt die Anwendung allerdings wirkungslos.

Honig: Der süße Bienen-Nektar schmeckt nicht nur gut, sondern kann auch bei einem Mückenstich angewendet werden. Einfach auf die frische betroffene Stelle auftragen und die Schwellung geht langsam wieder zurück. Tipp: Honig hilft aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung auch bei aufgekratzten oder sogar entzündeten Stichen.

Würfelzucker: Ein weiteres Hausmittel, das bei einem Insektenstich Linderung verspricht, ist ein Stück Würfelzucker. Durch den Zucker werden den Bakterien Flüssigkeit entzogen, sodass sie austrocknen und absterben. Außerdem bringt der Zucker eine hautgenerierende Wirkung mit und lässt Juckreiz und Schwellung abklingen.

Spitzwegerich: Das Wiesenkraut Spitzwegerich ist vor allem für sein antibiotische und entzündungshemmende Wirkung bekannt und findet daher oft Anwendung bei einem Mückenstich. Zwei, drei Blätter in der Handfläche aneinander reiben, solange bis sich eine feste Masse bildet. Anschließend den zu Brei gewordenen Spitzwegerich auf die Wunde drücken und einwirken lassen.

Neben den hier soeben aufgezählten Hausmittel gibt es selbstverständlich noch jede Menge weitere Möglichkeiten, einen Mückenstich zu behandeln. Darunter fallen beispielsweise Lavendelöl, Tomaten, Weißkohlblätter, Kartoffeln und Quark.

Wie kann man einen Mückenstich verhindern?

Ein Mückenstich lässt sich nicht immer vermeiden, doch es gibt ein paar Tricks, mit denen man sich vorher schützen kann.

Duschen: Stechmücken lassen sich vom Schweißgeruch unserer Haut anlocken. Damit die fiesen Blutsauger gar nicht erst auf die Idee kommen, sich auf unserer Haut bequem zu machen, sollte man mehrmals am Tag unter die Dusche gehen, um die Intensität des eigenen Körpergeruchs zu mindern.

Pflanzen: Ein gutes Hausmittel gegen Mücken sind beispielsweise Minze, Zitronenmelisse, Basilikum, Lavendel und Thymian. Denn diese wirkungsvollen und vor allem natürlichen Hausmittel verströmen Gerüche und ätherische Öle, auf die Stechmücken so gar keine Lust haben. Dementsprechend bietet es sich an, mehrere Töpfe auf der Fensterbank und an der Eingangstür zu platzieren, sodass die blutsaugenden Plagegeister effektiv abgehalten werden können.

Kleidung: Da Mücken vor allem nach Einbruch der Dunkelheit stechen, ist es ratsam, langärmelige Kleidung und lange Hosen zu tragen. Ebenso sollte sie aus hellem Stoff gefertigt sein, denn Mücken mögen es nicht, auf hellem Untergrund zu landen. Selbstverständlich die Socken nicht vergessen!

Brutstätte: Um sich zu vermehren, benötigen Stechmücken stehendes Wasser. Daher sollte man sowohl im Garten, auf dem Balkon als auch auf der Terrasse alle Wasserreste entfernen. Die Mücken bevorzugen zum Beispiel Regentonnen, Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Eimer und Pfützen. Aber auch alte Autoreifen mit kleinen Wasserpfützen bilden ideale Brutstätten für Mücken. Hinweis: Eine weibliche Stechmücke legt bis zu 200 Eier ab. Nach 14 Tagen schlüpfen neue Mücken, die sich ebenfalls der Arterhaltung verschrieben haben. Für sie gilt es, Blut zu finden, Eier zu legen und erneut Blut zu finden.

Parfüm: Wenn es surrt und summt, kann es auch daran liegen, dass die Blutsauger von blumigen und fruchtigen Parfüm oder anderen Duftstoffen geradezu magisch angelockt werden. Deshalb ist es empfehlenswert, in den Abendstunden auf stark duftende Parfums, Haarsprays, Sonnencremes, Shampoos oder Aftershaves zu meiden.

Mückenspray: Mückensprays können eine gute Lösung sein, um Mücken vom Stechen abzuhalten. Allerdings sollte der ein oder andere darauf achten, ob man allergisch auf ein Mückenspray reagiert. Grundsätzlich gilt bei der Anwendung von Mückensprays, dass nie mehr als 20 Prozent der Haut mit einem Mückenspray eingerieben wird.

Fliegengitter vor Fenstern und Türen: Stechmücken werden nicht vom Licht angezogen - ein Irrtum, dem leider viele unterliegen. Denn Mücken orientieren sich in erster Linie an Gerüchen, wie dem menschlichen Körpergeruch. Gleichwohl schwirren sie auch gerne um den Kopf herum, weil sie dort vom Kohlendioxid angelockt werden, den jeder Mensch ausatmet. Demzufolge sollte man sich mit Fliegengittern vor Fenster und Türen schützen.

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Wann sollte man mit einem Mückenstich zum Arzt?

Wer von einer Mücke gestochen wurde, muss gewöhnlich nicht zum Hausarzt. Anders verhält es sich bei Menschen, die auf den Mückenstich allergisch reagieren. Bei sehr starken Reaktionen des Körpers ist es ratsam, unbedingt den Notarzt zu alarmieren. Das Gleiche gilt auch, wenn sich grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar machen.

Mit anderen Worten: In der Regel stellt ein Mückenstich für die meisten Menschen kein Problem dar. Er juckt zwar unangenehm und sieht auch nicht besonders schön auf der Haut aus, aber nach kurzer Zeit verschwindet er auch schon wieder. Doch manchmal ist es weniger die Mücke selbst, die für den Menschen gefährlich werden kann, sondern eine Krankheit. Gerade im Zuge des Klimawandels breiten sich immer mehr exotische Stechmücken in den heimischen Gefilden aus, die sogar gefährliche Erreger weitergeben können. Hierzu gehört beispielsweise die Tigermücke, die das Dengue-Fieber, das Zika-Fieber oder das Gelbfieber übertragen können.