Nicht alle Materialien in allen Zähnen geeignet: So finden Sie die richtige Zahnfüllung

Nicht alle Materialien in allen Zähnen geeignet : So finden Sie die richtige Zahnfüllung

Wenn Karies sich am Zahn breit gemacht hat, dann hilft nur noch der Bohrer. Um das Loch wieder zu schließen, kommen eine Vielzahl an Materialien in Frage. Welche Füllung ist die beste für mich?

Die Zeiten in denen kariesbefallene Zähne gezogen werden mussten, sind längst vorbei. Heute geht es vor allem um eine zahnerhaltende Therapie, bei der der Zahnarzt passgenau Füllungen fertigt, die die Funktionsfähigkeit des Zahns wieder herstellen und ein strahlendes Lächeln erhalten.

Entscheidungshilfen bei der Wahl der Füllung

Besonders an den Frontzähnen mag keiner sichtbare Füllungen tragen. Wie die Füllung eines kariesbefallenen Zahn aussehen kann, hängt also nicht nur vom Geldbeutel ab. Die Lage und Größe des Lochs ist entscheidend für die Materialauswahl der Füllung, der Standort des Zahns und auch die Frage der Haltbarkeit. Während früher Zähne ausschließlich mit Amalgam gefüllt wurden und für die betuchtere Klientel Gold-Inlays in Frage kamen, ist heute die Zahl der Möglichkeiten weitaus größer.

Das macht die Suche nach dem geeigneten Material, das Optik, Kosten und Funktion optimal vereint, nicht leichter. Im Trend liegen heute weiße Füllungen, die sich unsichtbar an die Stelle setzen, an der Zähne Schaden erlitten haben. Sie sind meist aus Kunststoff und werden als Paste in das Loch eingebracht und dann mittels einer UV-Lampe ausgehärtet.

Amalgam — Umstrittene Füllmasse

Für kleine und mittelgroße Defekte an den Zähnen eignen sich vor allem weiche Materialien. Zu denen zählt Amalgam sowie Komposite — ein Gemisch aus Kunststoff, Glas- und Quarzteilchen. Amalgam ist ein Material, das bereits seit über 100 Jahren in der Zahnheilkunde Verwendung findet. Es wird aus Quecksilber und Silber gemischt und ist für den Zahnarzt einfach zu verarbeiten und zudem kostengünstig. Neben seinem Ruf allergieauslösend zu sein ist Amalgam zudem durch seine Quecksilberbestandteile Sondermüll und wird möglicherweise ab 2013 mit einer Übergangsfrist bis 2018 weltweit verboten. Das Material der Zukunft ist es damit ganz und gar nicht. Allerdings ist Amalgam das Material, auf dessen Grundlage die Gesetzlichen Krankenversicherungen ihre Kostenerstattung berechnen.

Komposit — Unsichtbar am Zahn

Anders sieht das bei Komposit aus. Komposit ist nicht nur zahnfarbenes, stabiles Material, das sowohl für Füllungen an den Frontzähnen zum Einsatz kommen kann als auch an den Backenzähnen. Allerdings ist es schwieriger zu verarbeiten als Amalgam. Soll die Füllung eingebracht werden, ist zum Beispiel eine absolute Trockenheit an der entsprechenden Stelle notwendig. Zudem ist das Material nicht so leicht formbar und muss mit einer Speziallampe im Mund ausgehärtet werden. Bei der Härtung kann es schrumpfen, wodurch kleine Randspalten entstehen können, die erneuten Karies eine gute Angriffsfläche bieten.

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Kompositfüllungen an den Frontzähnen und bei Nachweis einer Amalgamallergie. Für Kauflächen eignet sich Komposit weniger. Es ist weniger haltbar als Amalgan.

Zement — Nicht mehr als eine Übergangslösung

Müssen Zähne nur für kurze Zeit verfüllt werden, wie dies zum Beispiel bei Wurzelbehandlungen der Fall ist, eignet sich Zement. Er eignet sich aufgrund seiner Beschaffenheit allerdings nur als provisorisches Füllmaterial und sollte auf keinen Fall länger als maximal zwei Jahre im Zahn bleiben. Vorteil von Zement ist, dass er sich leicht wieder entfernen lässt.

Inlays — Lösung bei großen Löchern

Bei größeren Löchern bieten sich oftmals statt Füllungen Inlays an. Diese können jedoch nur im Labor gefertigt werden. Der Zahnarzt setzt sie dann ein. Inlays bestehen in der Regel aus Keramik oder Gold. Vorteil von Goldfüllungen ist, dass sie nicht korrodieren. Sie halten im Schnitt zwischen zehn und 15 Jahren.

Keramikinlays sind aufgrund der weißen Färbung unauffällig und zudem haltbar. Zehn Jahre lang hat man mit einem Keramik-Inlay Ruhe an den Zähnen. Die Krankenkassen zahlen Inlays nicht. Sie legen eine Amalgamfüllung zugrunde, den Aufpreis zum Inlay muss der Patient selber bezahlen.

(wat)
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