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Schlaganfall: Wenn das Hirn der Schlag trifft

Schlaganfall : Wenn das Hirn der Schlag trifft

Unser Gehirn leistet viel. Etwa 60 Milliarden Zellen erlauben uns allen nicht nur kluge Gedanken, sie steuern auch viele wichtige Funktionen im Körper. Das Gehirn verlangt dafür auch viel. 20 Prozent des eingeatmeten Sauerstoffs und ein Viertel des vom Körper bereitgestellten Traubenzuckers. Dabei macht es nur zwei Prozent unseres Gewichts aus.

Ein Schlaganfall (auch Apoplex oder Hirninfarkt) unterbricht diesen lebenswichtigen Zustrom an Sauerstoff und Energie in Teilgebieten des Hirns, plötzlich oder schleichend. Meist ist eine Ader verstopft. Die Folge: In der betroffenen Hirnregion sterben die Zellen ab. Häufig mit tödlichen Folgen oder bleibenden Schäden. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Er ruft sehr häufig dauerhafte Pflegebedürftigkeit des Patienten hervor.

Verstopfte Arterien

Der Schlaganfall entspricht in gewisser Weise dem Herzinfarkt. Nur das hier eben nicht die Zufuhr zum Herzmuskelgewebe, sondern zum Gehirn gestört ist. Die Ursache für einen Schlaganfall ist in der Regel eine Verstopfung einer Arterie im Gehirn. In einer Minderzahl der Fälle (etwa 15 Prozent) löst eine Hirnblutung, verursacht durch einen Riss in einem Blutgefäß oder das Platzen eines Aneurysmas, eine sackartige Erweiterung eines Blutgefäßes, den Apoplex aus.

Gründe für das Verstopfen einer Arterie kann Arteriosklerose, eine Verengung des Gefäßes, sein. Möglich ist auch, dass sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) bildet und sich mit dem Blutstrom in einer Hirnarterie festsetzt.

Wenn das Lächeln vergeht

Das Gehirn ist gut organisiert. Unterschiedliche Gebiete erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Es gibt zum Beispiel ein Sprach- und ein Sehzentrum. Das bedeutet auch: Die Auswirkungen eines Schlaganfalls und damit die Symptome sind verschieden. Je nachdem, welche Region betroffen ist.

Hinweise geben drei einfache Tests. Zu überprüfen ist, ob der betroffene lächeln kann und ob er seine Arme über den Kopf heben und diese dort auch halten kann. Abgesehen von diesen körperlichen Tests sollte man den potenziell Betroffenen etwas fragen oder einen Satz forulieren lassen, um zu testen ob er die Zusammenhänge noch versteht.

In den Kopf gucken

Noch einmal: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Bei Verdacht rufen Sie sofort einen Arzt oder einen Rettungswagen. Ob ein Patient tatsächlich einen Schlaganfall erlitten hat, lässt sich in der Regel erst im Krankenhaus feststellen. Eine Computertomographie gibt Auskunft, ob es sich um einen Schlaganfall handelt und wenn ja, um welche Form.

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Mit Hilfe von Ultraschall kann der Arzt größere Verschlüsse der Blutgefäße im Gehirn oder im Hals erkennen. Eine Angiografie (Röntgen mit Kontrastmittel) weist kleinere Verschlüsse nach. Eine Blutuntersuchung ist ebenfalls notwendig. Die neurologische Untersuchung - das Testen der Reflexe oder der Gefühlsstörungen - zeigt, welcher Teil des Gehirns betroffen ist und wie stark.

Erste Hilfe rettet Leben

Sollten sich Symptome eines Schlaganfalls zeigen, tut rasche Hilfe Not. Zuerst sollte ein Arzt verständigt werden. Zudem sollten dem Patienten keine Getränke oder Nahrung verabreicht werden und eventuell lose Zahnprothesen sollten herausgenommen werden. Der Notarzt tut zunächst alles, um den Kreislauf zu stabilisieren. Außerdem erhält der Patient zusätzlichen Sauerstoff. Die Einlieferung in eine Klinik mit einer Schlaganfall-Spezialabteilung ("Stroke Unit") erhöht die Überlebens- und Rehabilitationschancen.

Es kann jeden treffen

Die forschenden Pharmaunternehmen werben mit dem Slogan "Forschung ist die beste Medizin". Es gibt Bemühungen, geeignete Mittel zur Vorbeugung eines Schlaganfalls und zu einer vollständigen Regeneration nach einem Apoplex zu entwickeln. Bislang sind jedoch noch keine Lösungen in Sicht.

Auch die Methoden der Gefäßerweiterung, die bei einem Herzinfarkt oder einer Bypass-Operation eingesetzt werden, haben sich bei einem Schlaganfall nicht bewährt. Bisher gilt: Es kann jeden treffen. Es gilt aber auch: Jeder Mensch kann aktiv etwas dafür tun, die Gefahr zu vermindern!

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(anch/das)