Nach Kölner Urteil zu Haschisch-Anbau : Welche Krankheiten Cannabis lindert

Insgesamt 285 Menschen in Deutschland dürfen Cannabis zu medizinischen Zwecken legal konsumieren. Seit gestern dürfen drei Kölner sogar Cannabis anbauen. Doch gegen welche Krankheiten und Beschwerden hilft die Pflanze eigentlich? Eine Übersicht.

Der Anbau und Konsum von Cannabis polarisiert. In vielen Ländern ist es als Droge illegal. Zugleich aber tauchen immer wieder Studien und Berichte von Patienten auf, die zeigen, dass der Wirkstoff von Marihuana sehr viele gesundheitliche Beschwerden lindern kann - vor allem solche, bei denen herkömmliche Medikamente versagen.

Als wirkungsvoll gelten dabei vor allem die beiden Inhaltsstoffe Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Während das THC auch berauscht, wird dem Cannabidiol vor allem eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. Gegen folgende Krankheiten kann Marihuana helfen:

Asthma: Da Cannabis die Bronchien erweitert und somit die Atmung verbessert, erleben Menschen mit Asthma oftmals eine Linderung ihrer Symptome. Als Joint sollte es dann natürlich nicht geraucht werden.

Grüner Star (Glaukom): Bei einem Glaukom wird nach und nach der Sehnerv zerstört. Der Patient erblindet zunehmend. Einer der größten Risikofaktoren ist ein steigender Augeninnendruck, wie Studien zeigen, kann der Wirkstoff Cannabidiol eben diesen reduzieren.

Krebs: Der appetitanregende Effekt von Marihuana ist wohl bekannt. Insbesondere bei Menschen, die Chemo- und Strahlentherapie gegen Krebserkrankungen bekommen, hat sich das als hilfreich erwiesen. Sie magern während der anstrengenden Prozedur oft gefährlich ab, neben generellem Appetitverlust, ist ein Grund dafür die starke Übelkeit und der Brechreiz, die von der Therapie ausgelöst werden. Auch dagegen hat sich Cannabis in der Vergangenheit als hilfreich erwiesen. Erste Studien zur Wirksamkeit von THC gegen Übelkeit bei Krebspatienten zeigten sich bereits 1975 als erfolgreich. Eine ähnliche Wirkung stellt sich auch bei Aids ein, in dessen Verlauf Betroffene ebenfalls dazu tendieren abzumagern und unter Schmerzen und Übelkeit leiden.

Multiple Sklerose: Da Cannabis auch Spastiken lindern kann, wird es gegen verschiedene Krankheiten mit eben diesem Symptom eingesetzt. Als effektiv hat es sich etwa bei Multipler Sklerose gezeigt. Zum einen verbessert der Konsum die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen, zum anderen lindert es die Schmerzen. Ähnliches gilt bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis.

Posttraumatische Belastungsstörung: In Israel ist der Einsatz von Marihuana zu medizinischen Zwecken bereits seit vielen Jahren erlaubt. Rund 10.000 Patienten dürfen die Droge zur Linderung ihrer Symptome einsetzen. Ein besonderes Forschungszentrum ist der Kibuz Tikun Olam, hier wird in Kooperation mit dem Gesundheitszentrum geforscht. Wie die Studien zeigen, wirkt die Pflanze auch sehr gut bei psychischen Leiden wie etwa der posttraumatischen Belastungsstörung bei der es zu verschiedenen Symptomen unter anderem denen einer Depression kommen kann.

Seniorenbetreuung: Im gleichen israelischen Kibuz befindet sich neben dem Forschungszentrum auch ein Seniorenheim. Wie die Studien zeigen, hat Marihuana sehr gute Auswirkungen auf betagtere Menschen. Der Konsum hilft gegen Alterserscheinungen wie Rheuma, und lindert die Symptome von Altersdepression indem es als Stimmungsaufheller wirkt und den Appetit anregt.

Tourette: Auch die spontanen, impulshaften Tics von Tourette-Patienten können, durch die beruhigende Wirkung von Cannabis weniger werden.

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(ham)
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