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Ähnlicher Effekt wie Sex, Drogen oder gutes Essen: Was Musik alles bewirken kann

Ähnlicher Effekt wie Sex, Drogen oder gutes Essen : Was Musik alles bewirken kann

Lady Gaga wirkt leistungssteigernd und Bach gegen Depressionen. Musik geht nicht nur auf die Ohren, sondern beeinflusst Körper und Geist messbar. Lesen Sie hier, was die Klänge in uns verändern und welche Musik in welchen Lebenslagen die beste ist.

Musik ist weit mehr als ein angenehmer Zeitvertreib. Wer sich lange und intensiv mit Musik beschäftigt, der ist schlauer, hat Vorteile beim Lernen er verbessert seine Hirnleistung und sein Gehör. Besonders positiv zeigt sich das, wenn man selbst ein Instrument gelernt hat. Von einigen dieser Effekte profitieren älter werdende Menschen selbst dann noch, wenn sie längst mit dem Musizieren aufgehört haben, sagen US-Forscher von der Northwestern University. Der Grund: Beim Musizieren bilden sich im Hirn Nervenschaltungen, die wie ein Jungbrunnen sind.

Warum Musik wie Sex und Drogen wirkt

Nicht nur das macht schöne Klänge zu mehr als zur Freude fürs Ohr. Finden wir Musik schön, spricht das das Belohnungssystem im Hirn an. Gute Musik zu hören hat einen ähnlichen Effekt wie Sex, Drogen oder gutes Essen, haben kanadische Wissenschaftler herausgefunden. Gefällt das Gehörte, überkommt den Körper ein warmer Dopaminschub. Je mehr die Musik gefällt, desto mehr Botenstoff setzt das Hirn frei. Allein die Vorfreude auf schöne Melodien bewirkt bereits ähnliches. Dabei wirkt Beethoven nicht wie ACDC.

Bei aggressiver und schneller Musik schütten Nebenniere und Hypophyse das Stresshormon Adrenalin aus, Noradrenalin hingegen durchflutet uns bei ruhigen, eher sanften Melodien und kann die Aussendung von Stresshormonen herabsetzen und uns zurück ins Lot bringen. Die körperlichen Reaktionen auf Klänge sind so stark, dass sie sogar in der Lage sind, Schmerzen zu verringern. Möglich ist das durch den Anstieg schmerzkontrollierender Betaendorphine.

Wie das Musiktempo uns antreibt oder schlafen lässt

Schon seit langem forschen Spezialisten an dem gesund machenden Hörcocktail und tun sich schwer, den Song gegen Bluthochdruck, den einen gegen depressive Verstimmung oder Herz-Kreislauferkrankungen zu finden. Denn Geschmäcker sind schließlich verschieden und damit auch die Wirkung der Klänge. Während der eine bei Mozart eine Gänsehaut bekommt, lässt klassische Musik den anderen grundsätzlich kalt. Dennoch lassen sich grundsätzliche Tendenzen erkennen. Sie haben unter anderem mit dem Musiktempo zu tun.

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Vollkommen im Normbereich läuft im Organismus alles, wenn uns Beats mit 72 Herzschlägen pro Minute zu Gehör gebracht werden. Jenseits dieser Grenze wirkt Musik aufputschend. Das verleiht Lady Gaga aufputschende die Wirkung. Bands, die wie zum Beispiel ACDC über 120 Beats per Minute kommen, heizen dem menschlichen Organismus so ein, dass sie gesundheitlich gesehen im besten Falle noch bei der Aggressionsbewältigung hilfreich sein könnten.

Welche Klänge was bewirken

Balsam für die Seele ist im Schnitt klassische Musik, mit weniger als 72 Schlägen in der Minute. Sie bewirkt, dass die Herzfrequenz sinkt, der Blutdruck fällt und die Atmung langsamer wird. Hörende entspannen sich, denn ihr Stresspegel fährt herunter und ihre Muskulatur entkrampft sich. "Klassische Musik hat ohne Zweifel günstige Effekte bei Ängsten, Depressionen und Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems", sagt Prof. Hans-Joachim Trappe, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Der Kardiologe und Klinikdirektor schreibt ihr viele positive Wirkungen zu: "Sie steigert die Konzentration, das Gedächtnis, Kreativität und Tatkraft und beeinflusst positiv das Immunsystem. Sie ist auch hilfreich bei Schmerzen, Stress und Schlafstörungen."

Rock und Pop sind Muntermacher aus Lautsprechern. Sie heben die Stimmung, wirken motivationssteigernd und helfen aus der Müdigkeit. Besonders bei monotonen Tätigkeiten hält uns ein Song von Rihanna bei Laune und sorgt dafür, dass wir nicht so schnell müde werden.

Nach viel Hektik und Stress hilft sehr rhythmusarme und langsame Meditationsmusik, während lateinamerikanische Musik durch den starken Rhythmus für gute Laube und Beschwingtheit sorgt. Wenn Sie mehr über die Wirkung von Folklore, Techno oder Heavy Metal wissen wollen, lesen Sie hier weiter. Hier finden Sie auch konkrete Musikstücke, die bei depressiven Verstimmungen, bei der Stärkung des Immunsystems oder Herzkrankheiten helfen.

Hier geht es zur Infostrecke: Welches Musikstück für welche Laune sorgt

(wat)