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Veranstaltungs-Tipp: Steigt das Krebsrisiko durch Hormonbehandlung?

Veranstaltungs-Tipp : Steigt das Krebsrisiko durch Hormonbehandlung?

Eine Hormonbehandlung von Frauen in den Wechseljahren erhöht einer dänischen Studie zufolge das Krebsrisiko nicht. Auch erlitten sie nicht mehr Hirnschläge oder Lungenembolien als Frauen ohne Hormonbehandlung, heißt es in der Untersuchung, die auf der Webseite für medizinische Frage bmj.com veröffentlicht wurde. Die behandelten Frauen haben demnach sogar ein geringeres Risiko, herzkrank zu werden.

Für die Studie hatten mehrere dänische Ärzte aus fünf unterschiedlichen Kliniken 16 Jahre lang die Krankengeschichte von 504 Frauen verfolgt, die rasch nach Beginn der Wechseljahre eine Hormonbehandlung begannen. Sie verglichen deren Daten mit denen von 504 anderen Frauen, die sich keiner Behandlung unterzogen. Bedeutende Unterschiede zwischen den Gruppen - etwa was das Gewicht der Frauen, ihren allgemeinen Gesundheitszustand oder den Tabakkonsum anbelangt - gab es laut Studie nicht.

Den Ärzten zufolge waren bei Abschluss der Studie im Jahre 2008 in der Gruppe der Frauen mit Hormonbehandlung 27 gestorben, darunter acht an Herzerkrankungen. In der Gruppe der Frauen ohne Behandlung waren 40 Frauen gestorben, 19 von ihnen an Herzversagen oder nach Infarkten.

Kritik an der Forschungsarbeit

Kritik an der Studie äußerte die französische Forscherin Françoise Clavel-Chapelon, die seit 1990 für eine ähnliche Erhebung die Krankengeschichte von 100.000 Frauen verfolgt hatte. Sie kam in ihrer 2007 veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass Frauen unter Hormonbehandlung ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, mehr als verdoppeln. Die Forschungsarbeit der dänischen Ärzte sei "schwach", stellte Clavel-Chapelon fest.

Bereits 2002 und 2003 hatten großangelegte Untersuchungen in den USA auf ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Hormonbehandlungen hinwiesen. Aber auch diese Studien wurden von anderen Experten in Frage gestellt. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind zudem nur bedingt vergleichbar, weil es erhebliche Unterschiede beim Durchschnittsalter der Frauen, dem Beginn der Hormonbehandlungen und den verwendeten Dosen gab.

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Hier geht es zur Infostrecke: Das können Anzeichen von Brustkrebs sein

(AFP)