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Sommerzeit: Was Sie über die Zeitumstellung wissen sollten

Am Samstag, 29. März ist es soweit : Was Sie über die Zeitumstellung wissen müssen

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde vor, und somit auf Sommerzeit umgestellt. Obwohl das jedes Jahr passiert, fällt die Veränderung vielen nicht leicht. Wir erklären, warum sich der Körper gegen die fehlende Stunde wehrt, und geben Tipps für die Umstellung.

Fast jeder zweite Deutsche kämpft im Frühjahr mit verstärkter Müdigkeit, das ergaben Studien der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention. Auch Schlafstörungen, Gereiztheit und Kreislaufprobleme machen vielen zu schaffen. Grund dafür ist die Umstellung des Körpers von der dunklen Winterzeit auf den hellen Frühling und Sommer.

Während im Winter durch die geringe Sonneneinwirkung im Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin gebildet wird, muss sich der Körper im Sommer darauf einstellen, das Gute-Laune-Hormon Serotonin und Vitamin D zu produzieren. Da diese Umstellung nicht einfach auf Knopfdruck passiert, sondern eher in einem stetigen Wechsel zwischen Winter- und Sommer-Hormon, ist diese Phase bis zum endgültigen Zustand für den Menschen mit Stimmungsschwankungen und Abgespanntheit verbunden - der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit.

Wichtigster Faktor: Die innere Uhr

Die Umstellung auf Sommerzeit stellt während diesen biologischen Prozesse eine zusätzliche Belastung dar. Ursache dafür ist die innere Uhr des Menschen. Sie wird durch einen Teil des Gehirns gesteuert und ist genetisch, individuell festgelegt. Innerhalb von rund 24 Stunden regelt sie unter anderem wann welche Hormone ausgeschüttet werden, die Körpertemperatur und das Herz-Kreislauf-System. Die Feineinstellung dieses Rythmus erfolgt durch Umweltreize immer wieder neu, einer der wichtigsten ist das Licht. Die Umstellung der Zeit um eine Stunde ist ein starker Einfluss auf die innere Uhr. Denn während der Wecker einfach mechanisch auf drei Uhr nachts vorgestellt wird, bleibt die innere Uhr des Menschen auf zwei Uhr stehen. Die Folge ist eine Art Jetlag, wie er auch von langen Flugreisen bekannt ist.

Zwar sind manche mehr und manche weniger davon betroffen. Insgesamt kämpfen in Europa allerdings eher mehr Menschen mit der Umstellung auf die Sommerzeit. Wie Wissenschaftler in so genannten "Bunkerexperimenten" herausfanden, tendieren die meisten Menschen zu einem 24,5 Stunden Tag. Echte Nachteulen sogar zu einem 25 Stunden Tag. Eher selten kommen die Lerchen vor, die auch mit 23 Stunden gut zurecht kommen. Für die jährlichen Zeitumstellungen bedeutet das, dass die meisten Menschen die Umstellung auf die Winterzeit besser verkraften, als die auf Sommerzeit. Denn auch wenn ein 25-Stunden-Rythmus unrealistisch ist, wird dem Körper im März eine weitere Stunde entrissen. Jetzt muss die innere Uhr sogar mit nur 23 Stunden auskommen. Für Nachtmenschen kann das unter Umständen bedeuten, dass sie mehrere Wochen brauchen, bis sie sich auf die neuen Verhältnisse eingestellt haben.

Die Speicher des Körpers

Schlapp machen zudem die leeren Speicher des Körpers. Laut Wissenschaftlern sorgen die dunklen Monate für ein Defizit an Vitamin C, D und Zink. Das bekommen die meisten zu spüren, wenn sie bei den ersten Frühlingsstrahlen ausgiebig spazieren gehen wollen, aber die Kräfte fehlen. Hilfreich ist es deshalb in dieser Jahreszeit, besonders viel frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, um den Körper zu unterstützen.

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Wer Probleme mit der Umstellung auf die Sommerzeit hat, kann außerdem:

- in den Tagen vor der Zeitumstellung abends früher zu Bett gehen, um sich rechtzeitig an die neue Uhrzeit zu gewöhnen.

- Spaziergänge beim ersten Tageslicht am Morgen unternehmen und für möglichst viel Licht im Büro sorgen. Das hilft die innere Uhr nach vorne, also auf den Sommer einzustellen.

- abends auf viel helles Licht verzichten, denn das hält die innere Uhr in der Winterzeit - stellt sie also nach. Empfehlenswert sind deswegen in den Tagen um die Zeitumstellung abendliche Aktivitäten wie Kino, Konzerte oder Theater.

(ham)