Steifer Nacken und trockene Augen: So macht die Arbeit am Bildschirm krank

Steifer Nacken und trockene Augen : So macht die Arbeit am Bildschirm krank

Kaum ein Job kommt heute ganz ohne Rechner aus. Viele Bürokräfte verbringen fast ihre gesamte Arbeitszeit am Bildschirm. Wir verraten, was sie beachten müssen, damit die Dauerbelastung nicht Augen, Schultern und Hände angreift.

Große Teile der modernen Arbeitswelt sind in den letzten Jahrzehnten an den Rechner gewandert. Immer mehr Jobs werden fast vollständig am Bildschirm erledigt. Klar bleiben Bürokräften viele Gesundheitsrisiken harter körperlicher Arbeit erspart — aber auch das beständige Starren auf den Flimmerkasten belastet und kann sogar krank machen. Am häufigsten sind Augen, Nackenbereich und Hände betroffen. Hier sollte man bereits beim Einrichten des Arbeitsplatzes vorgebeugen.

Das Auge muss bei der Arbeit am Computer mit besonders heftigen und ungewohnten Belastungen fertig werden. Eigentlich ist unser Auge gut darin, seinen Blick in der Ferne schweifen zu lassen. Im Büroalltag wird es aber gezwungen, stundenlang in gleichbleibend kurzer Entfernung kleine Buchstaben und Zahlen zu entziffern. Dazu kommen häufige schnelle Wechsel zwischen Hell und Dunkel. In der Folge ermüden die Augen häufig, oder schmerzen sogar. Auch eine verschwommene Sicht bis hin zu vorübergehender Kurzsichtigkeit kann auftreten. Auch über trockene Augen klagen viele Bildschirmarbeiter. Ein Grund: wir blinzeln seltener, wenn wir auf den Schirm starren.

Pro Stunde fünf bis zehn Minuten Pause

Um einer unangenehmen Überanspruchung der Augen vorzubeugen, sollte man ihnen regelmäßige Ruhepausen gönnen. Experten empfehlen, pro Stunde am Rechner fünf bis zehn Minuten in die Ferne zu blicken, zum Beispiel aus dem Fenster, oder in eine ferne Ecke des Raums. Außerdem ist die Arbeit weniger belastend für die Augen, wenn das Büro gut ausgeleuchtet ist. Dadurch vermeidet man zu große Helligkeitsunterschiede zwischen Bildschirm und Büro. Umgekehrt sollte der Bildschirm aber auch nicht vor einem zu hellen Fenster stehen. Auch grelle Spiegelungen sollten möglichst vermieden werden — nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch auf der Schreibtischplatte. Bei Problemen mit trockenen Augen kann eine Anpassung der Luftfeuchtigkeit helfen. Sie sollte zwischen 50 und 65 Prozent liegen.

Aber nicht nur die Augen können bei langen Arbeitstagen vor dem Rechner kapitulieren. Auch Verspannungen in Nacken und Schultern sind typisch für Bürokräfte. Das liegt oft an einer zu starren und ungesunden Sitzhaltung. Nicht nur der Bürostuhl, auf dem man so viele Stunden sitzt, sollte richtig eingestellt sein. Der Bildschirm sollte nicht allzu nah, dem Büroarbeitenden aber gerade gegenüber stehen. Die Oberkante des Bildschirms sollte dabei etwa auf Augenhöhe sein, der Schirm ein wenig nach hinten geneigt.

Ein weiteres Gesundheitsrisiko der Arbeit am Computer ist die 'Repetitive Strain Injury' (RSI), was auf deutsch etwa "Verletzung durch wiederholte Belastung" bedeutet. Hier geht es um Schmerzen, die durch Handlungen hervorgerufen werden, die zwar einen geringen Kraftaufwand verlangen, aber tausende Male wiederholt werden. Das passiert zum Beispiel beim Arbeiten mit Tastatur und Maus. Im Extremfall kann dies zum chronischen Repetitive-Strain-Syndrom führen, bei dem Vernarbungen im Muskelgewebe für anhaltende Schmerzen sorgen. Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann auch das Risiko von RSI senken. Zu empfehlen ist, die Handballen vor der Tastatur abzulegen. Am besten sind geteilte Tastaturen, deren beide Hälften in der Mitte abgewinkelt sind. Eine Tastatur sollte dem Tippenden auch nicht zu sehr zugeneigt, sondern eher flach sein.

Für alle genannten Gesundheitsrisikos gilt: Sie werden wahrscheinlicher bei anhaltendem Stress. Ein entspanntes Arbeitsumfeld verringert damit nicht nur die Gefahr psychischer Krankheiten, sondern beugt auch den typischen körperlichen Belastungsfolgen des Büros vor.

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(anch/csi)