Gegen Asthma, Neurodermitis und Burn-Out: So heilsam sind Salzstollen

Gegen Asthma, Neurodermitis und Burn-Out : So heilsam sind Salzstollen

Egal, ob natürlicher Salzstollen oder aufgeschüttete Salzoase in der Stadt, Salzhöhlen sind ein ganz besonderer Ort der Ruhe. Bei schummrigen Licht dösen Asthma-, Neurodermitis und Burnout-Patienten finden hier gen Genesung.

Zu verdanken ist das dem Salz. Seine heilende Wirkung war bereits den alten Ägyptern bekannt. Sie benutzten es gegen Entzündungen und zur Austrocknung von Wunden. Den Römern war das "weiße Gold" wie sie es nannten so heilig, dass sie es sogar zum Zahlungsmittel erklärten. Überreste dieser Traditionen sind bis heute erhalten. So werden punktuelle Salz-Anwendungen wie etwa die Inhalationen mit Salzwasser gegen Nasennebenhöhlenprobleme noch heute als Hausmittel empfohlen.

In Salz gebettet

Der Aufenthalt in einer Salzgrotte wirkt dagegen heilsam auf den gesamten Körper. Die künstlich angelegten Höhlen sind mit mehreren Tonnen des orangefarbenem Himalayasalz ausgekleidet, selbst der Boden ist mit einer Schicht aus Salzgranulat ausgelegt. Für die hohe Luftfeuchtigkeit von bis zu 60 Prozent sorgt ein Brunnen. Über die Wasserzersteubung entsteht das spezielle und sehr gesunde Mikroklima der Grotte und die Aufnahme der salzigen Luft wird verbessert.

Einer klassischen Sitzung von 45 Minuten wird eine ähnlich erholsame und gesundheitsfördernde Wirkung wie einem Tag am Meer nachgesagt. Der größte Unterschied sind allerdings die Temperaturen. Denn in den Salzgrotten und -stollen ist es immer recht kühl. Gerade mal 20 Grad lassen die dicken Gesteinsbrocken zu. Wer sich als Gast für eine dreiviertel Stunde auf eine Entspannungsliege legt, wird deshalb in Decken eingemummt und erhält oftmals sogar eine Wärmflasche.

Besonders wirksam hat sich die Salztherapie bei Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis, bei Allergien und Neurodermitis erwiesen. Die dicken Salzwände in den Grotten schirmen zudem von sämtlichen Außeneinflüssen wie Lärm, Elektrosmog oder auch allergischen Reaktionen auf Staub oder Pollen ab. Dadurch können Körper und Geist auf sehr tiefer Ebene regenerieren können. Weshalb sich regelmäßige Sitzung auch für Burnout-Patienten eignen.

Eine Nacht im Salzstollen

Da auch die Salztherapie mit regelmäßiger Anwendung eine tiefere Wirkung erzielt, gibt es nun auch erste Möglichkeiten längere Aufenthalte zu buchen. So wird im Berchtesgardener Salzstollen etwa die Möglichkeit geboten, einen halben Tag oder auch eine ganz Nacht in der Höhle zu verbringen. Der natürliche Salzstollen liegt etwa 750 Meter unter der Erde, ist etwa 850 Quadratmeter groß, sechs Meter hoch und der einzige seiner Art in Westeuropa.

Da der Stollen natürlich gewachsen und zudem sehr groß ist, ist auch sein Klima intensiver. Die Luftfeuchtigkeit beträgt hier bis zu 85 Prozent, die Temperaturen liegen bei maximal 14 Grad und eine normale Sitzung dauert 2,5 Stunden. Die Zeit im Stollen verbringen Besucher ähnlich wie in der Salzgrotte: Bei sanftem, goldfarbenem Licht, und plätschernden Brunnengeräuschen, können sich Geist und Körper von den Einflüssen der Außenwelt erholen.

Um die Wirkung zu intensivieren, werden hier regelmäßig Veranstaltungen wie Meditationen, Yogastunden und Konzerte durchgeführt. Die mit Abstand ungewöhnlichste aber auch wirkungsstärkste Form der Stollentherapie ist jedoch, eine ganz Nacht in dem Gewölbe zu verbringen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist der Salzheilstollen Berchtesgaden

(anch/das)