Heute ist Tag der Zahngesundheit: Sieben Krankheiten, an denen das Gebiss Schuld ist

Heute ist Tag der Zahngesundheit : Sieben Krankheiten, an denen das Gebiss Schuld ist

Wer mit Rückenproblemen oder Kopfschmerzen zu kämpfen hat, denkt meistens an Verspannungen durch eine falsche Haltung oder Stress. Tatsächlich kann die Ursache jedoch in einem ganz anderen Bereich liegen: dem Gebiss.

Patienten, die wegen Rückenschmerzen, Kopfweh oder Nackenproblemen zum Arzt gehen und ohne konkreten oder zufriedenstellenden Befund wieder nach Hause geschickt werden, sollten eine fachübergreifende Diagnose in Betracht ziehen. In vielen Fällen entstehen die Symptome im Gebiss, so dass die Ursache nur durch einen Zahnarzt diagnostiziert werden kann. Denn Veränderungen an den Zähnen können weitläufige Nebenwirkungen mit sich bringen.

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Insbesondere zahnärztliche Eingriffe, die die Oberflächenstruktur der Zähne verändern, sorgen auch im restlichen Körper oftmals für Probleme, dazu gehören neue Zahnkronen oder -brücken, aber auch kieferorthopädische Behandlungen. Die Veränderungen im Mund werden durch Muskelfunktionsgruppen an die Wirbelsäule und den Nacken übertragen, wodurch es weitab von der Ursache zu Schmerzen kommen kann. Sieben Krankheiten treten dabei am häufigsten auf:

Rücken- und Nackenprobleme Sie können durch Fehlstellungen der Zähne ausgelöst werden. Durch einen schiefen Biss verkrampft sich dann die Muskulatur im Kopf- und Nackenbereich. Mit der Zeit strahlen die Beschwerden auf den gesamten Rücken aus.

Kopfschmerzen und Migräne Aber auch Knirschen, Pressen und Klappern wirken sich auf das Gebiss aus. Zum einen wird durch das Abschleifen der Zähne während der reibenden Bewegung die Oberfläche der Zähne angegriffen. Zum anderen verkrampft sich dabei die Kiefermuskulatur und das Kiefergelenk erfährt eine permanente Überbeanspruchung.

Diese Verkrampfung des gesamten Kauapparates kann zu Schmerzen im Gesicht und Nacken führen. Auch der umgedrehte Weg ist möglich. So können Wirbelfehlstellungen in Nacken und Rücken auf den Kiefer wirken. Wenn der Hirnnerv Trigeminus, der sich durch Ober- und Unterkiefer zieht davon betroffen ist, kann zudem Migräne entstehen.

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Tinnitus Das Mittelohr und das Kiefergelenk sind über Muskeln und neuronale Verknüpfungen eng miteinander verbunden. Aus diesem Grund kann sich der Druck, der durch das Knirschen entsteht oder Schiefstellungen des Gebisses, die durch Zahnveränderungen aufkommen, direkt auf das Gehör übertragen. Resultat sind Schmerzen in den Ohren bis hinzu Störgeräuschen - im schlimmsten Fall sogar Tinnitus.

Schwindel Wird die Muskultaur im Bereich des Halses und des oberen Rückens gestört, kann es zu Fehlern im Gleichgewichtssystem kommen. Wer in Folge eines Unfalls ein Schleudertrauma erlitten hat, und Jahre nach dem Unfall noch immer über Probleme klagt. Sollte testen lassen, ob das Gebiss an den Schwindelzuständen beteiligt ist.

Arthrose im Kiefergelenk Vor allem regelmäßiges Knirschen führt zu einer hohen Belastung von Zähnen und Kiefergelenk. Auf die Dauer kann dies zu einer Verschleißerscheinung im Gelenk führen. Typische Symptome dieser Erkrankung sind Schmerzen in den Kiefergelenken, die bis in den Nacken, Rücken und die Ohren ausstrahlen.

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Schmerzen beim Öffnen des Mundes und erschwertes Sprechen können ebenfalls ein Ergebnis einer Kiefergelenks-Arthrose sein. Der Kiefer weicht dann öffnen zu Seite aus oder es sind Knack-Geräusche zu hören.

Ein weiterer Grund für diese Symptome sind extreme Verspannung der Kiefermuskulatur. Dazu gehören vier Muskeln, die zwischen Kiefer und Schläfen verlaufen. Sie sind für die verschiedenen Bewegungen des Unterkiefers zuständig und können zugleich mit 800 Newton die größte Kraft im Körper entwickeln. Schon kleine Fehlstellungen der Zähne können dazu führen, dass hier extreme Muskelverkrampfungen auftreten.

Knirschen Aber auch das Knirschen selbst kann durch die Zähne ausgelöst werden. Dies ist der Fall, wenn Löcher in den Zähnen oder unstimmige Oberflächen von Füllungen dafür sorgen, dass der Aufbiss zwischen Ober- und Unterkiefer nicht mehr stimmt. In der Nacht kann dies zu einen unbewussten Suchprozess nach dem richtigen Biss auslösen, der die gleichen Auswirkungen wie Knirschen mit sich bringt.

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(ham)
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