Scharlach-Impfung – gibt es den Schutz vor der Kinderkrankheit?

Impfung gegen Kinderkrankeit: So können Sie sich vor Scharlach schützen

Scharlach ist eine klassische Kinderkrankheit. Die Infektion erkennen Sie am Hautausschlag und der typischen Himbeerzunge. Doch kann man mit einer Impfung mögliche Spätfolgen umgehen?

Können Kinder gegen Scharlach geimpft werden?

Leider gibt es keine Impfung gegen die Kinderkrankheit Scharlach. Die Erkrankung wird durch Streptokokken der Gruppe A ausgelöst. Diese Bakterien sind sehr vielfältig. Nach einer durchgemachten Scharlacherkrankung erlangt die erkrankte Person lebenslange Immunität – aber eben nur gegen den auslösenden Erreger.

Bisher ist es nicht gelungen, für alle Streptokokken-Stämme einen einzigen Impfstoff zu entwickeln. Auch nach einer durchgemachten Streptokokken-Infektion ist Scharlach für Kinder und Erwachsene weiterhin ansteckend, wenn Sie in Kontakt mit Scharlach-Bakterien einer anderen Gruppe kommen.

Die ersten Beschwerden sind plötzlich auftretendes, hohes Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Am zweiten Krankheitstag folgen Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Typische Indizien für die Erkrankung sind jedoch der Hautausschlag mit blassem Mund-Kinn-Dreieck und die Himbeerzunge.

Um die Verbreitung der Kinderkrankheit zu vermeiden, ist es wichtig, dass erkrankte Kinder so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden. Schon 24 Stunden nach der Einnahme von Antibiotika ist die Infektionskrankheit nicht mehr ansteckend. Ohne Antibiotika bis zu drei Wochen.

Unbehandelt kann eine Infektion mit Scharlach-Erregern zu Komplikationen und Folgeschäden führen. Aus der Streptokokken-A-Infektion kann eine Mittelohrentzündung oder sogar eine Lungenentzündung hervorgehen. Die Streptokokken-Bakterien können die Nieren, die Gelenke oder das Herz angreifen und dort bleibende Schäden, wie rheumatisches Fieber, eine Nierenentzündung oder eine Herzmuskelentzündung verursachen.

In seltenen Fällen kommt es bei unbehandeltem Scharlach zum Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom. Das Syndrom kann zu einer akut lebensbedrohlichen Blutvergiftung führen, die in einem Drittel der Fälle tödlich verläuft.

Um diese Risiken für scharlachkranke Kinder zu vermeiden, gehört die Therapie einer Scharlach-Infektion immer in die Hände eines Arztes. Das Antibiotikum sollten Sie nach Anweisung des Arztes einnehmen, damit auch wirklich alle Bakterien zuverlässig abgetötet werden. Auch wenn die Symptome längst abgeklungen sind, muss das verschriebene Antibiotikum bis zum Schluss eingenommen werden.

In der Regel verschreibt der Arzt ein Antibiotikum wie Penicillin für die Dauer von zehn Tagen. Bei einer Unverträglichkeit gegen Penicillin können auch andere Antibiotika wie Cephalosporin und Erythromycin verabreicht werden. Kinder bekommen diese Medizin meist in Form eines Saftes.

Kann Scharlach vorgebeugt werden?

In den Wintermonaten lohnt es sich, generelle Sicherheitsvorkehrungen gegen bakterielle Infektionskrankheiten wie Scharlach zu treffen. Ganz oben auf der Liste der Vorbeugungsmaßnahmen steht eine gute Hygiene. Gründliches Händewaschen und Abstand zu kranken Personen verringern das Risiko einer Ansteckung.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es sich gründlich die Hände waschen kann. Nehmen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn nach Möglichkeit ein paar Tage aus dem Kindergarten, wenn dort gerade Scharlach umgeht, und stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Entwickelt Ihr Kind trotz aller Vorsichtsmaßnahmen plötzliches und hohes Fieber, liegt die Ansteckung mit der Infektionskrankheit nahe. Besuchen Sie dann baldmöglichst den Arzt. Dieser kann die Krankheit Scharlach in der Regel durch einfache Ansicht schnell diagnostizieren. Bei Unsicherheiten bietet ein Schnelltest innerhalb weniger Minuten Sicherheit.

Vor der Behandlung mit Antibiotika sollten Sie sich bei der Bestätigung der Diagnose nicht scheuen. Ohne Antibiotika sind die Streptokokken-Erreger noch lange ansteckend, mit der Gabe eines Antibiotikums schon nach 24 Stunden nicht mehr. Ihr Kind sollte so lange zu Hause bleiben, bis die Symptome und Beschwerden abgeklungen sind.

Wie kann Scharlach natürlich behandelt werden?

Gegen Scharlach existiert keine Impfung. Viele Kinder machen im Laufe Ihrer Kindheit einmal diese ansteckende Krankheit durch. Immun werden sie trotzdem nicht und die antibiotische Behandlung ist nach der Diagnose dringend anzuraten. Die schnelle Genesung können Sie jedoch mit Hausmitteln unterstützen.

Wadenwickeln helfen gegen das Fieber, Salbeitee lindert Halsschmerzen, Kamillentee wirkt entzündungshemmend. Wie bei jeder Infektion ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme wichtig. Leidet Ihr Kind unter starken Halsschmerzen, bieten Sie ihm weiche Speisen wie Brei oder Suppe an. Auch homöopathische Mittel wie Belladonna Globuli sind als unterstützende Maßnahme neben der Antibiotikaeinnahme erlaubt.

Am wichtigsten ist jedoch die Therapie der Krankheit mit Antibiotika. Diese sollten Sie weder ablehnen noch verkürzen. Mit Antibiotika klingen die Beschwerden in der Regel innerhalb weniger Tage vollständig ab. Fühlt sich Ihr Kind besser, kann sie oder er schon nach zwei oder drei Tagen den Kindergarten oder die Schule besuchen.

Immunität gegen Scharlach

Es kursiert der Irrglaube, dass eine durchgemachte Scharlacherkrankung ohne die Gabe eines Antibiotikums zu Immunität führt. Das ist leider nur teilweise richtig: Machen Sie Scharlach durch, sind Sie lebenslang gegen den Erreger immun, mit dem Sie sich mit Scharlach angesteckt haben.

Dabei ist es unwichtig, ob Sie die Krankheit mit oder ohne die Gabe eines Antibiotikums durchgemacht haben. Allerdings gibt es über 100 verschiedene Typen von Streptokokken-Bakterien. Die Immunität gilt damit nur gegenüber einem von 100 Typen. Eine erneute Ansteckung mit allen anderen Bakterientypen der A-Streptokokken ist jederzeit möglich. Aus diesem Grund ist es schwierig, eine Impfung gegen alle Streptokokken-Typen zu entwickeln.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei einigen Menschen können Streptokokken nachgewiesen werden, ohne dass diese Personen Symptome einer Krankheit zeigen. Das Immunsystem kann die Erreger in Schach halten und die Infektion bricht nicht aus. In solchen Fällen ist es nicht nötig ein Antibiotikum einzunehmen.

Sind Erwachsene gegen Scharlach immun?

Die A-Streptokokken, die eine Scharlach-Erkrankung auslösen, befallen nicht nur Kinder. Bei einem Viertel der Krankheitsfälle handelt es sich um Erwachsene. Die Behandlung unterscheidet sich nicht von der Behandlung erkrankter Kinder. Allerdings kann ein untypischer Krankheitsverlauf die schnelle Diagnose der Erkrankung erschweren.

Vor allem bei Erwachsenen mit einem geschwächten Immunsystem ist eine Ansteckung möglich. Die typischen Symptome der Erkrankung können bei Erwachsenen jedoch milder ausfallen und sich in leichtem Fieber und leichten Halsschmerzen äußern. Der Hautausschlag kann sehr unauffällig sein.

Aus diesem Grund wird eine Infektion mit der Kinderkrankheit Scharlach bei Erwachsenen oftmals erst später oder gar nicht erkannt. Erwachsene leiden deswegen häufiger unter Komplikationen. Ohne Behandlung ist das Risiko für Spätfolgen wie rheumatisches Fieber und damit einhergehende Folgeerkrankungen wie eine Nierenentzündung und eine Herzmuskelentzündung deutlich erhöht. Wenn Sie vermuten eine Erkrankung mit Scharlach durchgemacht zu haben, konsultieren Sie Ihren Arzt.

Verfallen Sie jedoch nicht in Panik, wenn die Krankheit bei Ihnen erst spät entdeckt wurde. Auch bei einer späteren Diagnose wird Ihnen der Arzt ein Antibiotikum wie Penicillin verschreiben und möglicherweise eine Nachuntersuchung nach einigen Wochen anordnen.

Die Nachuntersuchung findet sechs Wochen nach Abklingen der Symptome statt und besteht aus einem EKG. Dabei wird untersucht, ob die Krankheit mögliche Auswirkungen auf das Herz hatte. Bei einer weiteren Nachuntersuchung kann die Nierentätigkeit überprüft werden. Bei einer schnellen und komplikationslosen Behandlung ist in der Regel keine Nachuntersuchung nötig.

Holen Sie sich in jedem Fall ein ärztliches Attest und lassen Sie sich für zwei oder drei Tage krankschreiben. Erkrankte Personen sind bis zu 24 Stunden nach der ersten Einnahme eines Antibiotikums und bis zu drei Wochen ohne Antibiotikum ansteckend. Kurieren Sie sich zu Hause aus, bis das Fieber und andere Symptome abgeklungen sind.

Sportlich aktiv können Sie wieder nach Abschluss der Antibiotikaeinnahme werden. Das tut Ihrer Gesundheit gut und stärkt die Abwehrkräfte. Überanstrengen Sie sich jedoch nicht sofort. Auch wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind, benötigt Ihr Körper noch ein paar Tage, um sich vollständig zu regenerieren.

Was ist eigentlich Scharlach?

Scharlach ist als Kinderkrankheit bekannt, die durch Streptokokken der Gruppe A ausgelöst wird. Bei einem Viertel der Betroffenen handelt es sich jedoch um Erwachsene. Die Krankheit verursacht Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, entzündete Mandeln mit geschwollenen Lymphknoten, eine rote Himbeerzunge und den typischen Scharlach-Ausschlag.

Die Scharlach-Erreger bilden ein erythrogenes Toxin, das den typischen Hautausschlag auslöst. Die Erkrankung beginnt mit Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Kopfschmerzen und ähnelt einem grippalen Infekt. Später kann eine eitrige Mandelentzündung folgen und die Lymphknoten können anschwellen. In diesem Stadium entspricht das Krankheitsbild einer Angina Tonsillares.

Nach zwei oder drei Tagen wird die Diagnose einfacher: Zu den genannten Symptomen kommt der typische Hautausschlag. Dieser besteht aus kleinen, nicht juckenden Punkten, die sich am ganzen Körper ausbreiten. Die Wangen sind Rot, um den Mund entsteht jedoch eine periorale Blässe. Das bedeutet, das Mund-Kinn-Dreieck ist auffällig blass.

Kurz darauf bildet sich ein weiteres unverkennbares Scharlach-Merkmal aus: die Himbeerzunge. In diesem Stadium kann ein Arzt durch einfache Ansicht des Patienten die Diagnose stellen. Bei Unsicherheiten gibt ein Schnelltest Aufschluss.

Die Ansteckung mit den A-Streptokokken-Bakterien erfolgt meist über Tröpfcheninfektion. Auch eine Infektion über Gegenstände, auf denen Streptokokken haften, ist möglich. Die Schmierinfektion ist bei Scharlach jedoch deutlich seltener. Vor allem in Kindergärten und Schulen breiten sich die Erreger durch den engen Kontakt zwischen den Kindern schnell aus.

Weitere wichtige Infos rund um das Thema Scharlach finden Sie hier.

Mütter mit Babys können dagegen aufatmen: Die meisten Säuglinge verfügen über einen natürlichen Schutz gegen Scharlach. Sie erhalten Antikörper von der Mutter und erkranken im ersten Lebensjahr selten. Ab dem Eintritt in den Kindergarten häufen sich dagegen die Scharlach-Erkrankungen – vor allem in den Wintermonaten.

Aber keine Panik: Wir sind täglich von Streptokokken umgeben und sind dennoch nicht ständig krank. Auch wenn eine Immunität durch eine Impfung nach aktuellem medizinischen Stand nicht möglich ist, schafft es unser Körper täglich von ganz alleine, Streptokokken in Schach zu halten. Voraussetzung ist ein starkes Immunsystem und die Einhaltung einiger Vorbeugungsmaßnahmen.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Fakten zur Vermeidung der Kinderkrankheit Scharlach

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