Scharlach - Ansteckung, Symptome und Behandlung der Kinderkrankheit

Infos : Scharlach – Symptome, Ansteckung, Inkubationszeit und Behandlung

Scharlach, die gefürchtete Kinderkrankheit, ist heute wieder mehr im Umlauf als noch vor 30 Jahren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Scharlach und wann Sie den Arzt aufsuchen sollten.

Das ist Scharlach

Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit, die sich in den Wintermonaten schnell ausbreitet. Vor allem Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter sind von dieser bakteriellen Infektion betroffen. Streptokokken Bakterien der Gruppe A lösen diese Erkrankung aus, die unbedingt mit Antibiotika behandelt werden sollte.

Betroffene leiden unter hohem Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und einem Ausschlag aus roten Flecken, der sich über den ganzen Körper ausbreitet. Ein typisches Symptom für Scharlach ist die rote Himbeerzunge. Rechtzeitig behandelt werden die Bakterien schnell abgetötet und die Krankheit klingt ohne Langzeitschäden ab.

Wie lange gibt es Scharlach schon?

Die ersten Hinweise auf Scharlach reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Vor allem im Mittelalter war Scharlach als gefährliche Infektionskrankheit bekannt. Da Antibiotika noch nicht verfügbar waren, starb fast jedes zweite Kind an den Folgen einer Infektion mit den A-Streptokokken.

Welcher Erreger verursacht Scharlach?

Die bakterielle Infektionskrankheit wird von Streptokokken der Lancefield-Gruppe A ausgelöst. Die Bakterien, die Scharlach auslösen, besitzen einen Virus, der das Scharlach-Toxin produziert. Dieses Toxin ist auch für den typischen Hautausschlag verantwortlich. Besitzen die Streptokokken nicht diesen Virus, folgt eine Mandelentzündung.

Wo ist Scharlach verbreitet?

Scharlach kommt in allen Teilen der Erde vor, tritt aber vor allem in den Wintermonaten in kälteren Ländern auf. In osteuropäischen Ländern kommt es immer wieder zu Epidemien. Dass Scharlach wieder häufiger auftritt, liegt daran, dass die Streptokokken gegen bestimmte Antibiotikaarten resistent geworden sind.

Warum ist Scharlach gefährlich?

Scharlach ist eine häufige Infektionskrankheit. Heutzutage ist sie mit Antibiotika jedoch gut behandelbar. Gefährlich wird es nur, wenn die Antibiotikabehandlung zu spät, unzureichend oder gar nicht durchgeführt wird. Laut der Stiftung Kindergesundheit erkranken in Deutschland bis zu 50.000 Menschen jährlich an Scharlach.

Welches Risiko stellt Scharlach in der Schwangerschaft dar?

Schwangere können aufatmen: Ganz anders als andere Kinderkrankheiten wie Röteln führt eine Scharlachinfektion während der Schwangerschaft nicht zu einem erhöhten Risiko für das ungeborene Kind. Allerdings sollten Sie bei Verdacht auf Scharlach umgehend einen Arzt aufsuchen und die Krankheit behandeln lassen.

Risiken bei einer Infektion mit Scharlach während der Schwangerschaft können sich jedoch aus Folgeerkrankungen ergeben. Führt Scharlach unbehandelt beispielsweise zu einer Herz- oder Nierenentzündung, wird das ungeborene Kind möglicherweise nicht mehr ausreichend versorgt. Deswegen ist eine schnelle Diagnose und Behandlung mit Antibiotika während der Schwangerschaft besonders wichtig.

Wie lange ist Scharlach ansteckend?

Mit Auftreten der ersten Symptome bis zur Behandlung mit Antibiotika ist Scharlach hochansteckend. Doch schon 24 Stunden nach der ersten Antibiotikaeinnahme sinkt die Ansteckungsgefahr. Wird Scharlach nicht mit Antibiotika behandelt, ist sie bis zu drei Wochen oder sogar noch länger ansteckend.

Wer kann an Scharlach erkranken?

Scharlach betrifft überwiegend Kinder. Die meisten Infektionen treten im Alter zwischen vier und sieben Jahren auf. Bei ca. 25 Prozent der Erkrankungen handelt es sich bei den Betroffenen jedoch um Erwachsene. Als Erstinfektion und bei einem geschwächten Immunsystem ist die Erkrankung häufig.

Ist Scharlach meldepflichtig?

Treten mehrere Scharlachfälle im Kindergarten oder anderen Einrichtungen auf, muss dies in einigen Bundesländern gemeldet werden. Da die Krankheit hochansteckend ist, kann sich diese schnell ausbreiten. Kinder, die Scharlachsymptome zeigen, müssen bis zum Abklingen der Krankheit zu Hause bleiben.

Symptome

Wie erkennt man Scharlach?

Nach einer Ansteckung dauert es nur ein bis drei Tage, bis die ersten Symptome auftreten. Dazu zählt plötzliches, hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und geschwollene Lymphknoten. Nach zwei Tagen zeigt sich ein Ausschlag aus kleinen roten Punkten auf der Haut.

Auf diese Symptome sollten Sie achten:

  • Plötzlich auftretendes, hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Roter Rachenraum
  • Entzündete Mandeln, oft weiß belegt
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Bauchschmerzen und Erbrechen bei Kindern
  • Ausschlag aus kleinen roten Flecken, die nicht jucken
  • Himbeerzunge

Wie erfolgt die Diagnose bei Scharlach?

Werden typische Symptome wie der Hautausschlag und die Himbeerzunge deutlich, ist die Diagnose schnell eindeutig. Zur sicheren Bestimmung wird der Arzt jedoch einen Rachenabstrich vornehmen und prüfen, ob Streptokokken A Bakterien vorhanden sind. Nach der Bestätigung erfolgt die Behandlung mit Antibiotika.

Nicht immer sind die Symptome jedoch eindeutig, was eine schnelle Diagnose erschweren kann. Gab es in letzter Zeit häufiger Fälle von Scharlach in der Schule, dem Kindergarten oder Ihrem näheren Umfeld, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie Ihr Kind auf Streptokokken testen.

Wo beginnt der Ausschlag bei Scharlach?

Der Ausschlag beginnt in der Leistengegend oder an den Oberschenkeln. Dann breitet er sich über den ganzen Körper aus. Normalerweise juckt der Ausschlag nicht und klingt nach einer Woche ab. Typisch für Scharlach sind außerdem die roten Wangen und die himbeerfarbene Zunge.

Wie verläuft Scharlach und wie lange hält die Krankheit an?

Nach Auftreten der ersten Symptome wie Fieber und Halsschmerzen tritt auch schnell der Hautausschlag auf. Wird Scharlach umgehend erkannt und mit Antibiotika behandelt, bessern sich die Symptome schon nach zwei bis drei Tagen. Nach einer Woche sind viele Kinder bereits wieder fit.

Ohne Behandlung kann die Heilung auf sich warten lassen und im schlimmsten Fall Komplikationen und bleibende Folgeschäden mit sich ziehen. Wichtig ist, dass die Antibiotikabehandlung auch dann zu Ende geführt wird, wenn die Symptome längst abgeklungen sind.

So verläuft die Erkrankung mit Scharlach:

  1. Die Krankheit beginnt mit Symptomen wie plötzlich hohem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Kopfschmerzen.
  2. Dazu kommen geschwollene und gerötete Mandeln. Die Mandeln sind mit Eiter belegt. Die Zunge zeigt sich weiß, die Lymphknoten sind geschwollen. In diesem Stadium ähnelt der Krankheitsverlauf noch einer Angina tonsillaris oder einer Mandelentzündung.
  3. Am zweiten oder dritten Krankheitstag kommt der typische Ausschlag hinzu, der sich von den Leisten oder Oberschenkeln über den ganzen Körper ausbreitet.
  4. Die Wangen sind gerötet, das Mund-Kinn-Dreieck ist auffällig blass.
  5. Am dritten Krankheitstag zeigt sich die Zunge meist himbeerrot. Dies ist meist ein sicheres Anzeichen für Scharlach.
  6. Nach einer Woche bildet sich der Hautausschlag zurück.

Wie lange dauert das Fieber bei Scharlach an?

Zwei Tage nach Beginn der Antibiotika-Therapie sollte das Fieber abklingen. Ärzte empfehlen, die Krankheit immer mit Antibiotika zu behandeln, da Scharlach unbehandelt zu Spätfolgen wie rheumatischem Fieber mit Nieren- oder Herzentzündung führen kann. Unbehandelt hält das Fieber bis zu drei Wochen an.

Unterscheidet sich der Verlauf von Scharlach bei Erwachsenen?

25 Prozent der Scharlach-Erkrankungen betreffen Erwachsene. Wie bei Kindern zeigt sich Scharlach bei Erwachsenen mit Fieber, Halsschmerzen und einem Hautausschlag. Die Behandlung mit Antibiotika ist ebenso wichtig, wie bei Kindern. Mit akuten Krankheitssymptomen sollten Betroffene aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht zur Arbeit gehen.

Wie lange sollten Erwachsene mit Scharlach krankgeschrieben werden?

Generell ist es möglich, zwei Tage nach Beginn der Einnahme von Antibiotika wieder zur Arbeit zu gehen, da die Ansteckungsgefahr sehr gering ausfällt. Ist der Körper allerdings noch geschwächt, ist eine Krankschreibung von ein bis zwei Wochen nicht ungewöhnlich.

Ansteckung

Wie steckt man sich an Scharlach an?

Scharlach wird über Tröpfcheninfektion und – in seltenen Fällen – über Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, es ist ausreichend, wenn eine kranke Person hustet und eine andere Person die Bakterien in der Luft einatmet. Über kontaminierte Gegenstände ist die Infektion ebenfalls möglich.

Ist Scharlach schon vor Ausbruch der Krankheit ansteckbar?

In einigen Fällen können Betroffene schon vor dem Ausbruch der ersten Symptome die Bakterien verbreiten. In diesen Fällen ist es schwierig, die Bakterien gänzlich zu meiden. Bis zu 20 Prozent der Menschen tragen Streptokokken Bakterien in sich, ohne Symptome zu zeigen.

Was kann Scharlach auslösen?

Wird Scharlach nicht mit Antibiotika behandelt, können schwerwiegende Spätfolgen auftreten. Zu den möglichen Komplikationen zählen Lungen-, Mittelohr- und Nebenhöhlenentzündungen. Tritt rheumatisches Fieber als Spätfolge auf, kann dies zu bleibenden Herz-, Nieren- oder Gelenkschäden führen. Die zeitige und vollständige Antibiotikatherapie ist deswegen unumgänglich.

Wann dürfen Kinder bei Scharlach wieder zur Schule?

Die Ansteckungsgefahr sinkt spätestens zwei Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie drastisch ab. Der Kindergarten, die Schule oder die Arbeitsstätte sollte allerdings erst wieder besucht werden, wenn alle Symptome abgeklungen sind. Gönnen Sie Ihrem Kind oder sich eine ausreichend lange Regenerationsphase.

Kann man Scharlach ein zweites Mal bekommen?

Zwar bildet der Körper nach jeder Erkrankung eine Immunität gegen Streptokokken, aber eben nur gegen den jeweiligen Streptokokken Erreger. Da es zahlreiche Scharlachtypen gibt, ist die erneute Scharlach Infektion immer wieder möglich. Meiden Sie aus diesem Grund den Kontakt mit erkrankten Personen.

Inkubationszeit

Wie lange ist die Inkubationszeit bei Scharlach?

Zwischen der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome liegen nur ein bis drei Tage. Da Scharlach auch noch hochansteckend ist, verbreitet sich die Krankheit in Schulen und Kindergärten schnell. Mit dem Auftreten der ersten Symptome sollten betroffene Kinder zu Hause bleiben.

Behandlung

Wie wird Scharlach behandelt?

Wurde Scharlach diagnostiziert, wird jeder Arzt Antibiotika verschreiben. Die Antibiotikatherapie dauert etwa zehn Tage. Eine deutliche Verbesserung der Symptome sollte jedoch bereits nach zwei oder drei Tagen eintreten. Dennoch muss die Therapie auch nach dem Abklingen der Symptome zuende geführt werden.

Ist die Scharlachbehandlung ohne Antibiotika möglich?

Nach einer Infektion mit Scharlach verschreibt der Arzt meist Penicillin oder Cephalosporin. Erfolgt keine Behandlung oder wird die Antibiotikatherapie frühzeitig abgebrochen, können schwerwiegende Spätfolgen wie rheumatisches Fieber mit Herzschäden auftreten. Eine Behandlung ohne Antibiotika ist aufgrund der erhöhten Risiken nicht sinnvoll.

Nur wenn Streptokokken Bakterien eher zufällig nachgewiesen werden, ohne dass die betroffene Person Krankheitssymptome zeigt, kann von der Gabe von Antibiotika abgesehen werden. In diesen Fällen ist das Immunsystem stark genug, die Bakterien in Schach zu halten. Allerdings können Träger ohne Symptome unbemerkt weitere Personen mit Scharlach infizieren.

Wann sollte man bei Scharlach zum Arzt?

Bei Verdacht auf Scharlach oder länger anhaltendem, hohen Fieber, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Mittels eines Rachenabstrichs kann Scharlach zweifelsfrei diagnostiziert werden. Häufen sich die Scharlachfälle im Kindergarten oder der Schule, gehen Sie am besten schon bei den ersten Krankheitsanzeichen zum Arzt.

Gibt es auch Todesfälle bei Scharlacherkrankungen?

Vor der Verbreitung von Penicillin starben fast die Hälfte der erkrankten Kinder an Scharlach. Glücklicherweise kann Scharlach heutzutage schnell und erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden und Todesfälle sind sehr selten. Ohne Antibiotika ist eine Erkrankung mit Scharlach jedoch noch immer gefährlich.

Die Behandlung mit Antibiotika sollten Sie außerdem nicht selbst abkürzen: Es ist möglich, dass Bakterien bei einer zu kurzen Behandlungsdauer überleben und gegen weitere Antibiotikatherapien resistent werden. Spätfolgen wie Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Nierenentzündungen oder bleibende Schäden an Herz, Gelenken und Nieren können die Folge sein.

Eine sehr seltene Komplikation bei Scharlach ist das Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom (STSS), das zu einer akut lebensbedrohlichen Blutvergiftung führt. Das STSS zählt zu einer der möglichen Spätfolgen, die auftreten kann, wenn Scharlach nur ungenügend oder gar nicht mit Antibiotika behandelt wurde und führt in 30 Prozent der Fälle zum Tod.

Welche Hausmittel helfen bei Scharlach?