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Das Kreuz mit dem Kreuz: Volkskrankheit Rückenbeschwerden

Das Kreuz mit dem Kreuz : Volkskrankheit Rückenbeschwerden

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Rückenbeschwerden sind nach Erkrankungen der Atemwege der zweithäufigste Grund, zum Arzt zu gehen. Fast 40 Prozent der Deutschen klagen über vorübergehende oder chronische Schmerzen an der Wirbelsäule.

Bis zum 70. Lebensjahr kämpfen 80 Prozent aller Bundesbürger mit den typischen Rückenbeschwerden. 60 Prozent aller Krankschreibungen liegt ein Befund mit Rückenschäden zugrunde. 1950 waren es nur 10 Prozent. Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf 22 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Das Besondere daran: In 90 Prozent der Fälle können die Ärzte keine konkrete Ursache feststellen. Von 2.000 gemachten Röntgenbildern weist nur eines einen klärenden Befund auf. Die gute Nachricht: In der Regel sind die Patienten innerhalb von sechs Wochen beschwerdefrei.

Schmerz kennt viele Gründe

Weil der Stützapparat der Wirbelsäule so kompliziert ist und zugleich eine Vielzahl von Komponenten benötigt, können auch die Ursachen für Rückenbeschwerden zahlreich sein. Die Hauptursachen sind Haltungsschäden und Muskelverspannungen. Aber auch Nervenschäden oder Osteoporose ("Knochenschwund") können zu Schmerzen führen.

Wenn "die Hexe schießt"

Rückenbeschwerden können ganz plötzlich auftreten. Der Hexenschuss ist neben dem Bandscheibenvorfall und den Ischias-Beschwerden die bekannteste Rückenkrankheit. Beim Hexenschuss setzt durch eine "falsche Bewegung" ein heftiger Schmerz ein. Die Ausgleichshaltungen, die der Betroffene einnimmt, sorgen für Muskelverspannungen und Fehlstellungen. Beides ist nicht unbedingt heilungsfördernd. Der Hexenschuss wird durch eine Reizung der Nerven verursacht, die für die Versorgung der Wirbelsäulenmuskeln notwendig sind. Er ist von der Ischias-Reizung zu unterscheiden. Hier entsteht der Schmerz an einer Nervenwurzel, die für die Versorgung anderer Körperregionen zuständig ist. Die Unterscheidung ist aber meist nur theoretisch. Fest steht bei allen Beschwerden: Sie sind überaus schmerzhaft.

Das Bild von einer Wirbelsäule

Akute Rückenschmerzen machen den Weg zum Arzt unumgänglich, wo die Suche nach den Ursachen beginnt. Dazu gehört die Frage nach möglichen Auslösern der Beschwerden und eine Untersuchung der betroffenen Körperregion. Bei einem unklaren Befund empfiehlt sich eine Computertomographie oder Magnetresonanzuntersuchung bei einem Spezialisten. Diese Methoden erlauben einen intensiven Blick auf Muskeln, Knochen, Bänder und Bandscheiben. Darüber hinaus wird der Arzt versuchen, organische Ursachen auszuschließen. Selbstverständlich wird auch über psychische Belastungen sowie berufliche Bedingungen zu sprechen sein.

Den Schmerz nehmen

Meist benötigt der Patient keine große Aufforderung, sich helfen zu lassen. Die Belastung ist so stark, dass er von selbst den Weg zur Behandlung und Heilung sucht. Bei einem Bandscheibenvorfall muss häufig der Arzt zum Patienten kommen. Wieso? Ganz einfach, weil sich der Patient nicht mehr selbst bewegen kann. Nach einer Untersuchung der betroffenen Region wird sich der Arzt zunächst bemühen, den akuten Schmerz zu lindern. Dazu werden in akuten Fällen schmerzstillende Mittel möglichst nah an die betroffene Stelle unter die Haut gespritzt. Muskelentspannende Mittel gehören ebenfalls zur Therapie, denn oftmals lösen gerade die verspannten Muskeln und die daraus resultierende Ausgleichshaltung die Beschwerden aus.

Bewegung tut gut

Eine einseitige Tätigkeit belastet den Rücken sehr. Experten raten "Schreibtischtätern" deswegen, häufig aufzustehen oder Aufgaben z. B. an einem Stehpult zu erledigen. Ergonomisch geformte Möbel entlasten ebenfalls den Rücken. Wer die richtige Haltung einnimmt, leistet aktive Vorsorge. Das gilt auch und gerade für junge Menschen. Generell gilt Sport und Bewegung sind gut für den Rücken. Auch Übergewicht ist ein Problem für die Wirbelsäule, da diese dann viel mehr tragen muss.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Dinge, die Sie über Ihren Rücken noch nicht wussten

(anch/das)