DAK-Bericht: Jeder zehnte Krankheitstag wegen Rückenschmerzen

DAK-Bericht : Jeder zehnte Krankheitstag wegen Rückenschmerzen

Stressbedingte psychische Erkrankungen bleiben die am schnellsten wachsende Ursache für Fehltage in Deutschland

Stress hat in den ersten Monaten dieses Jahres die Zahl der Arbeitsausfälle weiter anwachsen lassen. Von einem "ungebrochenen Trend", berichtete DAK-Vorstand Thomas Bodmer bei der Vorstellung einer Studie. Danach sind psychische Erkrankungen die am stärksten wachsende Ursache für Fehltage in Deutschland. Deren Zahl stieg seit 2000 um 93 Prozent.

Erstaunliche Erkenntnisse förderte eine genauere Untersuchung der 25- bis 40-Jährigen hervor. "In der Regel ist es nicht der vielbeschäftigte Manager, der unter einem hohen Stressniveau leidet, sondern vielmehr die Studentin, die Alleinerziehende und der Arbeitslose", lautete Bodmers Zusammenfassung. Das liege daran, dass sich vor allem die Menschen gestresst fühlen, die sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlen.

Viele Krankheiten sind danach in Wirklichkeit nur Symptome für unbewältigte Stresssituationen. Chronischer Stress führe zu Bluthochdruck, Herzinfarkt, Tinnitus, Depressionen und auch Rückenschmerzen. Auf diesen Zusammenhang verweist auch eine andere neue Studie. "Es gibt einen Zusammenhang zwischen Stress, psychologischen Belastungen und Rücken", sagte der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas. Nach seinen Erhebungen geht inzwischen jeder zehnte Fehltag in Deutschland auf ein Rückenleiden zurück.

Angesichts des psychischen Hintergrundes wiegt der Vorwurf an die Medizin schwer: Es gibt zu viele chirurgische Eingriffe. Viele Versicherte würden an der Bandscheibe operiert, obwohl etwa Probleme mit den Muskeln bestünden. Und so blieben die Schmerzen nach dem Eingriff bestehen. Schmerztherapeut Thomas Nolte warb stattdessen für eine Therapie durch Physiotherapeuten und Psychologen. Vier Fünftel der Patienten mit hartnäckigen Problemen könnten so nach einem Monat ins Alltagsleben zurückkehren. Operationen schafften das nicht.

Die Kassen investieren nun verstärkt in die Stressbewältigung und Stressvorbeugung ihrer Mitglieder, die DAK etwa in Form eines mehrwöchigen Online-Trainings.

(may-)
Mehr von RP ONLINE