DAK-Gesundheitsreport 2018: NRW leidet unter Rückenschmerzen

DAK-Gesundheitsreport 2018 : NRW hat Rücken

An jedem Kalendertag sind im Schnitt 4,1 Prozent der Erwerbstätigen in NRW krank geschrieben - leicht mehr als im Vorjahr. Der Krankenstand ist vor allem auf ein Problem zurückzuführen: Rückenschmerzen.

Für Krankschreibungen sind Rückenprobleme seit Jahren besonders relevant, das geht aus einer Umfrage der DAK-Krankenkasse unter ihren Mitgliedern hervor, die am Mittwoch vorgestellt wurde. „Ihr Anteil an den Fehlzeiten in den Betrieben in Nordrhein-Westfalen verharrt mit zehn Prozent auf hohem Niveau“, heißt es in dem Report. Nur der Anteil „depressiver Episoden“ lag noch höher.

Umfragen für den DAK-Gesundheitsreport 2018 ergaben, dass mehr als 6,7 Millionen Erwerbstätige in NRW von Rückenschmerzen betroffen sind, rund 775.000 leiden sogar chronisch unter diesen Schmerzen. Die Zahl der stationären Behandlungen aufgrund solcher Beschwerden stieg seit dem Jahr 2007 landesweit um 80 Prozent. Mit 356 vollstationären Behandlungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2015/2016 lag NRW im bundesweiten Vergleich auf Platz fünf. Die meisten entsprechenden Krankenhausaufenthalte gab es im gleichen Zeitraum in Sachsen-Anhalt (425 pro 100.000 Einwohner), auf Platz zwei lag Rheinland-Pfalz, Platz drei belegte Thüringen.

Die meisten Patienten gehen werktags zwischen acht und elf Uhr wegen Rückenschmerzen in die Notaufnahme. Aus diesem Grund erhöht sich die Patientenzahl dort um mehr als zwei Drittel, obwohl zu diesen Zeiten auch die Praxen der niedergelassenen Ärzte üblicherweise geöffnet sind, so der Report.

„Die Arbeitswelt hat sich gewandelt und wandelt sich weiter“, heißt es in der Studie zu den Gründen. „Es wird mehr gesessen, es gibt eine höhere Arbeitsdichte und mehr Druck.“ Dies erzeuge eine hohe Anspannung im Allgemeinen, die sich bevorzugt in Rückenschmerzen äußere. Dabei geht die große Mehrheit (82 Prozent) der Erwerbstätigen dem Report zufolge auch mit Schmerzen zur Arbeit. Erst bei starken oder chronischen Schmerzen sinkt dieser Anteil.

Der Krankenstand bei Arbeitnehmern in Nordrhein-Westfalen ist der Studie zufolge im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Insgesamt lag er 2017 bei 4,1 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Jahr zuvor.

Die Quote entspreche dem bundesweiten Durchschnitt, teilten die Autoren mit. Insgesamt lag demnach für nahezu die Hälfte aller Erwerbstätigen in NRW im vergangenen Jahr mindestens eine Krankschreibung vor.

Anteil der fünf wichtigsten Krankheiten an den Arbeitsausfällen deutschlandweit:

Muskel-Skelett-System: 21,8 Prozent

Psychische Erkrankungen: 16,7 Prozent

Atmungssystem: 15,4 Prozent

Verletzungen und Vergiftungen: 11,9 Prozent

Verdauungssystem: 5 Prozent

Krankenstand nach Berufsgruppen

Allerdings variert der Krankenstand zwischen einzelnen Berufsgruppen deutlich. So lag er etwa im Verkehrssektor, bei Lagerarbeitern und Kurierdienstfahrern sowie im Gesundheitswesen mit 4,9 Prozent stark über dem Durchschnitt, wohingegen die Quote in den Bereichen Rechtsberatung und Unternehmensdienstleistungen wenig überraschend mit 3,2 Prozent deutlich niedriger lag.

Auch zwischen Frauen und Männern gibt es Unterschiede. Die Frauen kamen auf 4,5 Prozent, während der Krankenstand bei den Männern mit 3,8 Prozent leicht unter dem Durchschnitt lag.

Für die Studie stützen sich die Autoren auf anonymisierte Daten der DAK-Versicherten sowie eine repräsentative Umfrage des Instituts Forsa unter mehr als 1000 Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen.

(ham/dpa)
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