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Studie: Personalengpässe in Gesundheit und Pflege

Studie : Personalengpässe in Gesundheit und Pflege

In der Gesundheits- und Pflegebranche steuert Deutschland auf massive Personalengpässe zu. Wenn sich an den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nichts ändere, fehlten 2030 voraussichtlich über 400.000 Fachkräfte.

Die "Welt" beruft sich in einem Bericht auf eine Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers "112 - und niemand hilft". Demnach wären bereits 2020 in den medizinischen Berufen 33.000 Vollzeitstellen unbesetzt, 2030 sogar 76.000. Noch dramatischer sehe der Trend bei den Pflegekräften aus.

2020 könnten der Studie zufolge insgesamt gut 212.000 Vollzeitkräfte fehlen, 2030 bereits knapp 328.000. Knapp 18 Prozent aller benötigten Stellen - in Vollzeitäquivalenten gerechnet - ließen sich 2030 dann nicht mehr besetzen; 2011 waren es erst knapp acht Prozent.

Die Studie geht davon aus, dass die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen aufgrund der Alterung der Bevölkerung erheblich steigen wird, das Arbeitskräfteangebot unter den gegebenen Bedingungen jedoch weit dahinter zurückbleibt. Grundsätzlich gelte es, das vorhandene Fachkräftepotenzial besser auszuschöpfen. Zudem müsse der Arztberuf in Krankenhäusern attraktiver gestaltet werden, genauso wie die Bezahlung von Pflegekräften.

In dem "optimistischen" Szenario der Studie, so die "Welt", könnte 2030 zwar ein fast ausgeglichenes Verhältnis von Fachkräfteangebot und -nachfrage erreicht werden. Dies sei aber nur "unter erheblichen Anstrengungen" erreichbar. So müssten beispielsweise erheblich mehr Fachkräfte in ihrem Beruf Vollzeit arbeiten, das Renteneintrittsalter müsste um zwei Jahre und die Netto-Jahresarbeitszeit im Pflegewesen um 20 Prozent steigen. Das liefe auf eine Wochenarbeitszeit von 49 Stunden oder einer Sechs-Tage-Woche hinaus.

(KNA)