Spannungskopfschmerzen: Zu viele Schmerzmittel verursachen Dauerkopfweh

Spannungskopfschmerzen : Zu viele Schmerzmittel verursachen Dauerkopfweh

Bei Spannungskopfschmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel kurzfristig helfen. Über einen längeren Zeitraum sollten sie aber nicht eingenommen werden.

"Der Übergebrauch von Schmerzmitteln kann Dauerkopfschmerzen verursachen", warnt Charly Gaul von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin. Er empfiehlt die Einnahme höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal drei Tage hintereinander.

Insbesondere im mittleren Alter kann sich aus zunächst gelegentlichen Beschwerden ein chronischer Spannungskopfschmerz entwickeln. Er tritt bei Frauen etwas häufiger auf als bei Männern.

Charakteristisch für Spannungskopfschmerzen ist ein dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz, der im ganzen Kopf wahrgenommen wird oder sich vom Halsansatz im Nacken über den Hinterkopf bis zur Stirn zieht. Der Kopf scheint dabei schwer zu werden, und die Augen können müde werden.

Schmerz durch Fehlhaltungen

"Verstärker für diese Schmerzen können eine stark angespannte Kopf- und Halsmuskulatur sein, Arbeiten in schlecht belüfteten Räumen, eine ständige Körperfehlhaltung oder auch Stress und psychosoziale Belastungen.

Auch innere Faktoren - wie gestörte Schmerzkontrollmechanismen - können zur Schmerzentstehung beitragen", erläutert Gaul. "Treten Spannungskopfschmerzen während eines Zeitraums von drei Monaten oder länger jeden zweiten Tag mindestens halbtägig auf, werden sie als chronisch bezeichnet." Behandelt wird das Leiden mit Medikamenten oder auch Physiotherapie.

Rund 30 Millionen Bundesbürger leiden zumindest phasenweise an Spannungskopfschmerzen. Im Gegensatz zur Migräne treten keine Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtüberempfindlichkeit auf.

(APD)