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Masern: Was Sie über die Krankheit wissen sollten

Erster Todesfall in Berlin : Was Sie über die Masern wissen müssen

Berlin verzeichnet seit Anfang des Jahres den schlimmsten Ausbruch von Masern seit Jahren. 447 Fälle gab es bislang, inzwischen ist das erste Kleinkind der Krankheit erlegen. Symptome, Impfung, Komplikationen - wir geben die wichtigsten Antworten.

Masern sind eine Viruserkrankung, die weltweit aufkommt. Die Krankheit ist hochansteckend. Zwar sind die Masern in Deutschland durch Impfungen stark zurück gegangen, dennoch kommt es vereinzelt immer wieder zu Ausbrüchen, inzwischen auch unter jüngeren Erwachsenen.

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Bei jedem Zehnten treten schwierige, mitunter sogar tödliche Komplikationen auf.

Masern-Erreger werden ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Da die Viren hochansteckend sind, gehen sie in 95 Prozent der Fälle über, wenn ein Erkrankter und eine nicht-geimpfte Person aufeinander treffen. Das gilt auch dann, wenn die beiden keinen direkten Körperkontakt haben. Masern können durch Tröpfchen-Infektion über die Luft übertragen werden. Dann reicht schon Niesen, Husten oder Sprechen.

Am Anfang der Erkrankung (nach 8-10 Tage) zeigen sich typische Grippe-Symptome wie Husten, Fieber und Schnupfen. Es kann auch zu Halsentzündungen und weißen entzündlichen Punkten in Mund- und Rachenraum kommen. Erst im Verlauf (bis zu 14 Tagen) tritt auch der typische bräunlich oder rosarote Hautausschlag auf. Er breitet sich von Gesicht und Ohren über den gesamten Körper aus. Meist gehen die Punkte mit einem weiteren Fieberanstieg einher. Sie verschwinden nach vier bis sieben Tagen wieder.

Da die Masern-Viren das Immunsystem stark schwächen, kann es zu Komplikationen durch andere Erkrankungen kommen. Typisch sind Mittelohrentzündung, Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Der Körper ist ohnehin stark geschwächt und kann die zusätzlichen Erreger nur schwer verkraften. Das gilt insbesondere bei Kleinkindern oder Kindern mit einer medizinischen Vorgeschichte. Lebensgefährlich sind Komplikationen durch eine Gehirnentzündung. Sie kommt bei einem von 1000 Masernpatienten vor und kann von Lähmungen bis hin zum Tod führen. In seltenen Fällen kann sie sich auch noch Jahre nach der akuten Masernerkrankung auswirken. Dann handelt es sich um SSPE, der subakute sklerosierende Panenzephalitis, einer fortschreitenden Entzündung von Nerven und Gehirn, die fast immer tödlich verläuft. Besonders anfällig dafür sind Kinder, die im ersten Lebensjahr erkrankten.

Eine spezielle Therapie gegen Masern gibt es nicht. Patienten sollten strenge Bettruhe bewahren und erhalten Medikamente gegen Symptome wie Husten und Fieber. Kommt es zu Komplikationen mit anderen Krankheiten, kann es auch zu einer Gabe von Antibiotika kommen. Erkrankte dürfen Schulen und andere öffentliche Einrichtungen nach dem Infektionsschutzgesetz bis fünf Tage nach ihrer Erkrankung nicht betreten. Wichtig ist außerdem, die Arztpraxis im Vorfeld zu informieren, wenn ein Besuch dort ansteht, damit sie Vorsichtsmaßnahmen für andere Patienten treffen kann.

Während des gesamten Krankheitsverlaufes und vier Tage nach der Heilung. Wer einmal Masern hatte, ist im Anschluss lebenslang gegen die Erreger geschützt.

Besonders gefährdet sind Säuglinge, die zu jung für eine Impfung sind und Erwachsene bei denen eine Impfung im Kindesalter versäumt wurde.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen die Masern. Typischerweise wird sie im Alter von 11 bis 14 Monaten in Kombination mit einem Wirkstoff gegen Mumps und Röteln verabreicht. Die Impfung erfolgt in zwei Schritten. Die zweite Spritze steht im Alter von 15 bis 23 Monaten an.

Ungeimpfte Jugendliche sollten so schnell wie möglich geimpft werden. Insbesondere dann, wenn sie in oder um Berlin leben.

Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und nur ein Mal oder gar nicht geimpft wurden, sollten die Impfung in Anspruch nehmen. Das gilt auch dann, wenn keine Unterlagen über frühere Impfungen vorhanden sind.

Medizinisches Pflegepersonal oder Personen, die in Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten arbeiten wird eine Impfung ebenfalls empfohlen.

Ja. Wer innerhalb von drei Tagen nach dem Kontakt mit einem an Masern Erkrankten eine Impfung erhält, kann unter Umständen den Ausbruch verhindern oder den Verlauf mildern. Man spricht hier von einer Riegelungs-Impfung.

(ham)