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Blasenentzündung vorbeugen und behandeln: Macht Kälte der Blase etwas aus?

Blasenentzündung vorbeugen und behandeln : Macht Kälte der Blase etwas aus?

Normalerweise sind die Nierenwege und auch der Urin keimfrei. Ein nasser Badeanzug, ein kalter Stein auf dem man sitzt und sogar Geschlechtsverkehr können dazu führen, dass Bakterien ein leichtes Spiel haben und eine schmerzhafte Blasenentzündung auslösen. Wer rechtzeitig reagiert, kann sie meist selbst kurieren.

"Setz dich nicht auf den kalten Boden", so erinnert sich mancher an die mahnenden Worte seiner Mutter, die fürchtete, man könne sich die Blase entzünden. So ganz falsch lag sie damals mit ihrer Sorge nicht, denn durch Kälte an sich entzündet sich das Organ zwar nicht. Wohl aber schwächt sie das Immunsystem und Bakterien haben es leichter, in die Harnwege einzudringen und sich dort zu vermehren. Zudem verändert sich die Durchblutung der Harnblase, sind der Lendenwirbelbereich, Schultern und sogar Füße kalt. Sehr wohl können darum nasse Badebekleidung oder ein kalt gewordenes Gesäß ursächlich für den stechenden Schmerz sein, der eines der Anzeichen für eine Entzündung der Blase ist.

Nach dem Sex besser auf die Toilette

Frauen sind viermal häufiger als Männer betroffen, wenn es um eine Blasenentzündung geht, wissen die Experten vom Berufsverband Deutscher Urologen. Der Grund dafür liegt in der Anatomie begründet: Bei Frauen ist die Harnröhre rund vier Zentimeter kürzer als beim Mann. Machen sich Bakterien auf den Weg zur Blase, erreichen sie diese also viel schneller. Weiterer Nachteil der Frauen ist, dass ihr Anal- und Genitalbereich eng zusammenliegen. So können bei falscher Toilettenhygiene Bakterien vom Darmausgang in die Harnröhre gelangen. Bei geschlechtsaktiven Frauen verteilen sich die Erreger durch die Bewegung beim Geschlechtsverkehr. Auch kann der Mann selbst als Träger der Bakterien diese übertragen. Darum mag es vielleicht unromantisch sein, nach dem Akt gleich zur Toiletten zu laufen, doch tun Frauen nach Ansicht der Urologen damit etwas für ihre Gesundheit.

Wer besonders anfälllig ist

In den meisten Fällen sind es E. coli-Bakterien, die die Entzündung hervorrufen. Vor allem für Schwangere Frauen können sie nicht nur leicht eine Blasenentzündung verursachen, sondern zudem die Nieren besiedeln. Bei Männern wie Frauen kann sich das zu einer Nieren- und Nierenbeckenentzündung auswachsen, die lebensbedrohlich sein kann. Bei Frauen die in die Jahre kommen, macht Östrogenmangel den Organismus anfälliger.

Mit dem Alter kommen auch bei den Männern die Probleme: Die Vorsteherdrüse (Prostata) kann dann ursächlich für die Blasenentzündung sein. Ist die Prostata vergrößert, kann die Harnblase schlechter entleert werden. Durch den dauernden Restharn treten dann auch beim starken Geschlecht häufiger Blasenentzündungen auf. Harnsteine oder Tumore können ebenfalls den Urinabfluss behindern und das Problem heraufbeschwören.

Von häufigem Wasserlassen bis zum Erbrechen

Betroffene bemerken die Entzündung meist durch Beschwerden beim Wasser lassen: Sie müssen viel häufiger zur Toilette, es brennt, es kommt weniger Urin, er riecht übel, ist trüb oder sogar blutig. Hinzu kommen können Schmerzen im Unterbauch, im Darmbereich oder in direkter Nähe zu den Genitalien. Kommt Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen in den Flanken hinzu, Erbrechen, Übelkeit und ein grippeähnliches Krankheitsgefühl, ist höchste Alarmbereitschaft geboten, warnt der Berufsverband Deutscher Urologen. Die Betroffenen sollten sofort zum Arzt, denn sie riskieren sonst eine Nierenbeckenentzündung.

Mit Schmerzen im Unterleib beginnt auch die so genannte Blasen-Krankheit. Die nicht durch Bakterien hervorgerufene Blasenentzündung verläuft oftmals chronisch und zeigt ähnliche Symptome.

Die Zeichen einer Entzündung lassen sich durch den Arzt direkt im Urin finden. Mit einem Einfachen Urintest kann er dort weiße oder rote Blutkörperchen nachweisen. Mit Abstrichen aus der Harnröhre oder auch der Scheide kann der Arzt zudem Pilze oder Bakterien aufspüren, die eine Harnwegsentzündung bewirken. Beim Mann können im Sperma Entzündungshinweise gesucht werden.

Das hilft bei Blasenentzündung

Wer bei den ersten Anzeichen einer solchen Entzündung seinen Flüssigkeitskonsum hoch fährt, der kann eine richtige Blasenentzündung vielleicht noch abwenden und die Bakterien ausspülen. 80 Prozent der Harnwegsinfekte lassen sich nach Angaben der Urologen durch eine gesteigerte Trinkmenge auskurieren. Dabei helfen spezielle Blasentees, die Bärentraubenblätter und Schachtelhalm enthalten und harntreibend sind und so die Blase besser durchspülen.

Vorbeugend und auch im akuten Krankheitsfall sollen zudem Cranberrys helfen. Die roten Beeren aus Nordamerika enthalten Stoffe, die die Flimmerhärchen der Bakterien lähmen. So können sie sich nicht an den Schleimhäuten der Blase Anheften und werden beim Gang zur Toilette wieder mit ausgeschwemmt. Als probates Mittel ist auch das Ansäuern des Urins mit speziellen Medikamenten bekannt, die die Aminosäure L-Methionin enthalten. Sie hemmen das Wachstum der Bakterien. Zeigt sich der Erfolg nicht nach drei bis vier Tagen oder kommen Symptome wie Fieber hinzu, sollte man den Arzt zu Rate ziehen. Er kann ein Antibiotikum verschreiben, das die Bakterien abtötet und somit die Ursache für die Entzündung beseitigt.

Hier geht es zur Infostrecke: So beugen Sie einer Blasenentzündung vor

(wat)