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Antibabypille erhöht Risiko, an Gehirntumor zu erkranken

Studie : Antibabypille könnte Gehirntumore auslösen

Frauen, die über viele Jahre ausschließlich hormonell verhüten, können dadurch ihr Risiko erhöhen an einem Gehirntumor zu erkranken. Das ergab eine dänische Studie. Die Forscher verweisen jedoch darauf, dass diese Vorfälle selten seien.

Pille, Dreimonatsspritze, Verhütungsstäbchen oder die Hormonspirale - die Verhütung durch weibliche Hormone ist neben Kondomen die verbreitetste Methode. Zugleich werden ihre Nebenwirkungen jedoch immer wieder diskutiert. So erhöht sie etwa das Thrombose-Risiko immens, insbesondere bei Raucherinnen.

Dänische Forscher untersuchten nun eine ganz andere Auswirkung, die weibliche Hormone haben könnte: Schon seit längerem gibt es den Verdacht, dass weibliche Hormone sogenannte Gliome auslösen könnten. Das sind Tumore des zentralen Nervensystems, die meist im Gehirn wachsen.

Um herauszufinden, ob diese Theorie haltbar ist, untersuchte das Team um David Gaist, Neurologe am Universitätskrankenhaus in Odense, verschiedene dänische Gesundheitsdaten. Zuerst prüften sie, wie viele Frauen in Dänemark im Alter von 19 bis 59 zwischen den Jahren 2000 und 2009 an einem Gliom erkrankt waren. Heraus kamen 317 Fälle. Für jeden dieser Fälle suchten die Forscher anschließend nach acht Frauen, die im gleichen Alter waren und einen vergleichbaren Schulabschluss - aber keinen Hirntumor ausgebildet - hatten. Im letzten Schritt wurde verglichen, ob und wie lange die Frauen hormonell verhüttet hatten. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscher im "British Journal of Clinical Pharmacology".

Wie sich zeigte, hatten 59 Prozent der Frauen, die einen Gehirntumor aufwiesen, die Antibabypille genommen. Von den Frauen ohne Krebserkrankung waren es 50 Prozent. Je länger die Frauen durch ein hormonelles Verhütungsmittel einsetzten, um so höher war das Risiko ein Gliom zu entwickeln.

Ursache ist nicht bestimmbar

Erklären konnten sich die Forscher die Ergebnisse der Studie nicht. Ein Grund dafür liegt für sie darin, dass es Faktoren gibt, die sie nicht einordnen konnten. So blieb fraglich, ob manche Frauen eher zum Arzt gingen und der Tumor so schneller erkannt werden konnte. Auch war das Gewicht nicht an den Daten abzulesen und auch nicht die Regelmäßigkeit der Monatsblutung.

Die Forscher riefen deshalb zur Vorsicht auf, die Ergebnisse müssten "im Kontext" gesehen werden. "Von hunderttausend Frauen im Fortpflanzungsalter erkranken nur fünf im Jahr", so David Gaist. Und das mit oder ohne Verhütung. Eindeutig sei, dass es einen Zusammengang zwischen weiblichen Humoren und Tumorbildung gebe, aber er müsse weiter untersucht werden.

"Auch wenn wir einen statistisch relevanten Zusammenhang zwischen hormonellen Verhütungsmitteln und Gliomen gefunden haben, so zeigt eine Abwägung des Risikos gegen die Vorteile trotzdem, dass ihre Einnahme dennoch von geeigneten Frauen zu bevorzugen ist", so heißt.

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(ham )