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Tipps für den Sonnenbrillenkauf: Auch Augen können Sonnenbrand bekommen

Tipps für den Sonnenbrillenkauf : Auch Augen können Sonnenbrand bekommen

Hinter großen Sonnenbrillen verschwinden Showstars gerne, wenn sie unerkannt bleiben wollen. Sonnenbrillen schützen aber nicht nur vor neugierigen Blicken, sondern sind ein wichtiger Schutz für die Augen. UV-Strahlung setzt den Augen zu und kann akute oder chronische Schäden verursachen. Darum sind Sonnenbrillen mehr als nur ein Modeartikel.

An Sonnenmilch denken viele, wenn die Sonne brennt, aber nicht jeder hat automatisch auch seine Sonnenbrille mit im Gepäck. Denn auch Augen, genau genommen die Augenoberfläche aus Hornhaut und Bindehaut können verbrennen und eine Art Sonnenbrand bekommen. Zeichen dafür sind nach Informationen des Berufsverbands der Augenärzte e.V. Augenbrennen, Sandkorngefühl, Schmerzen, Rötung, Sehverschlechterung und starke Lidkrämpfe oder Tränenträufeln. Oft treten die Beschwerden erst Stunden später auf. Die Mediziner raten dann dringend, sich auf den Weg zum Augenarzt zu machen.

Das kann UV-Strahlung anrichten

Das Auge braucht also ebenso einen Schutz vor UV-Strahlung wie auch die Haut. Bekommt es ihn nicht, kann schon innerhalb kürzester Zeit die Netzhaut geschädigt werden und zu bleibenden Sehverlusten führen. Die Blendung durch die Sonne setzt die Sehschärfe herab und verursacht auf Dauer Augenbrennen und Kopfschmerzen. Als akutes Zeichen zu intensiver UV-Bestrahlung der Augen kann es nach Informationen des Bundesinstituts für Strahlenschutz zu Bindehautentzündungen kommen.

Außerdem kann die UV-Belastung zu einer Trübung der Augenlinse, also Grauem Star, zu Erkrankungen der Netzhaut und zu altersbedingter Makuladegeneration führen. Diese Netzhautveränderung ist die häufigste Ursache für Erblindung, warnt der Berufsverband der Augenärzte. Da die Veränderungen schmerzlos sind, machen sie sich oft erst nach Jahren bemerkbar. Die Internationale Krebsforschungsagentur erwähnt auf ihrer Liste der möglichen Schäden durch UV-Strahlung zudem das Risiko von Aderhautmelanomen.

Wer eine gute Sonnenbrille trägt, kann solchen Augenschäden vorbeugen", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Das gesunde Auge kann sich zwar auf unterschiedliche Helligkeiten einstellen: Bei hoher Lichteinstrahlung zieht sich die Pupille zusammen und reduziert so die Blendung. Vor starken UV-Strahlen aber kann sich das Auge selbst nicht schützen. Sonnenbrillen filtern nämlich den überwiegenden Teil der schädlichen UV-Strahlung heraus. Das CE-Zeichen auf dem inneren Bügelrand ist ein Hinweis auf eine Brille, die qualitativ gut ist und auf ihre Sicherheit geprüft wurde. Brillen, die dieses Zeichen tragen bestätigen, den gesetzlich vorgeschriebenen UV-Schutz der Sonnenbrille. Auch Hinweise wie UV 400 oder UV 100 deuten auf einen ausreichenden UV-Schutz hin.

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Vorsicht vor gefälschten Zeichen

Allerdings wird der Verbraucher sowohl mit gefälschten CE-Zeichen als auch mit falschen Angaben zum UV-Schutz hinters Licht geführt. Wer solche Brillen trägt, schädigt seine Augen, denn hinter dunklen Brillengläsern öffnen sich die Pupillen aufgrund der starken Lichtdämpfung weit. Die UV-Strahlung kann noch leichter auf die Netzhaut strahlen. Wer unsicher ist, der kann seine Sonnenbrille beim Optiker prüfen lassen. Der kann den UV-Schutz mit einem so genannten Radiometer zweifelsfrei feststellen.

Besonders im Gebirge, am Wasser, in südlichen Gefilden oder beim Skifahren ist der Sonnenschutz für die Augen wichtig. Denn durch die stärkere Sonneneinstrahlung und zusätzliche Reflexion ist die Gefahr für die Augen noch höher. Schnee reflektiert zum Beispiel das Licht zu 95 Prozent, eine grüne Rasenfläche hingegen nur sechs Prozent. Das tückische: UV-A und UV-B-Strahlung trifft fast ungehindert auf die Netzhaut.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte man neben einem ausreichenden UV-Schutz auch darauf achten, dass die Gläser die Augen weit abdecken und möglichst nah am Auge liegen, um zu verhindern, dass Streulicht ins Auge einfällt. Optimal ist eine Glasgröße, die von den Augenbrauen bis seitlich zum Gesichtsfeld reicht. Ein breiter Brillenbügel sorgt für den seitlichen Schutz des Auges. Was viele nicht wissen. "Die Tönung der Gläser sagt nichts über den UV-Schutz aus. Sie reduziert nur das für das Auge sichtbare licht und sorgt für einen angenehmen Blendschutz", erklärt Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen. Es gibt fünf verschiedene Blendstufen für die unterschiedlichen Bedürfnisse. Für unsere Breiten eignet sich schon ein Universalfilter der Kategorie "2".

Farbe der Gläser nicht unwichtig

Vorsichtig sollte man bei der Farbwahl der Gläser sein. Nicht jede modische Sonnenbrille ist für den Straßenverkehr geeignet. Eine Tönung , der Stufe vier lässt nur noch zwischen drei und acht Prozent des Lichteinfalls durchdringen, ist also deutliche zu dunkel für den Straßenverkehr. Manche Farben verfälschen zudem die Wirkung der Farben, so zum Beispiel auch bei Signallichtern. Aus diesem Grund raten die Experten bei Sonnenbrillen, die auch im Straßenverkehr getragen werden zu Glastönungen in Braun, Grün und Grau. So bleiben Ampeln und Straßenschilder gut erkennbar. Brillen, die nicht der europäischen Norm EN ISO 14889 entsprechen, dürfen nicht beim Fahren getragen werden.

Wichtig ist zudem, dass die Gläser keine Einschlüsse oder Unregelmäßigkeiten aufweisen, sonst ermüdet das Auge und was bleibt ist das Gefühl brennender und müder Augen oder sogar Kopfschmerzen. Hier finden Sie im Überblick alles, was eine gute Sonnenbrille braucht.

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(ham)