Bluthochdruck: Wie Sie die Todesursache Nummer eins bekämpfen

Bluthochdruck : Wie Sie die Todesursache Nummer eins bekämpfen

Ihre Kleidergröße kennen die meisten, nicht aber ihre Blutdruckwerte. Viele Deutsche haben Bluthochdruck und wissen es gar nicht. Ihr Nichtwissen bringt sie um. Herzinfarkt oder Schlaganfall können daraus resultieren. Diese Erkrankungen brechen nicht einfach über uns herein, wir verursachen sie in der Regel selbst.

Laut einer aktuellen Studie starben im Jahr 2010 weltweit neun Millionen Menschen an den Folgen von Bluthochdruck. Neben Rauchen und Alkohol ist die sogenannte Hypertonie das größte Gesundheitsrisiko für Menschen weltweit. In Deutschland leiden rund 35 Millionen an der tükischen Krankheit. Aber nur etwa die Hälfte der Betroffenen weiß davon. Hinter dieser Zahl verbirgt sich ein ernsthaftes Problem. Denn alle diese Menschen sind Risikopatienten für Herz-Kreislauferkrankungen. Deutlich erhöht ist für sie die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden oder einen Schlaganfall. Denn ihr Herz läuft unter Hochdruck und das, obwohl das Herz ohnehin schon ein Hochleistungsmuskel ist: Bei jedem Menschen fließt durch die Pumparbeit dieses Muskels innerhalb einer Minute das gesamte Blut eines Menschen durch den Körper.

So gerät das Herz unter Hochdruck

Bei Bluthochdruckpatienten schlägt es allerdings noch stärker. Das Zusammenspiel aus der Pumparbeit des Herzens und dem Widerstand der Gefäßwände bestimmt den Blutdruck. Zieht sich der Herzmuskel zusammen, steigt der Druck in den Arterien. Der Blutdruck erreicht seinen oberen oder systolischen Wert. Erschlafft der Herzmuskel, um sich wieder mit neuem, sauerstoffreichem Blut zu füllen, sinkt der Druck auf den unteren diastolischen Wert ab.

Der optimale Blutdruckwert von 120 zu 80 liegt bei Hypertonikern bei 140 zu 90 oder höher. "Diese Menschen laufen Gefahr einer schleichenden schwerwiegenden Schädigung ihrer Gefäße und Organe", warnt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Bluthochdruck beginnt meist schleichend und bleibt lange unerkannt.

Zu stark und pumpt das Blut mit zu hohem Druck durch die Arterien. Die Innenwände der Gefäße machen das nicht unbeschadet mit. Die Gefäßwände verändern sich durch die ständige Überbelastung schleichend. Dadurch entstehen Ablagerungen, die die Gefäße verengen oder verschließen. Herz- oder Hirninfarkt sind die Folge. 858.768 Deutsche starben nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im Jahr 2010 an einem Herzinfarkt oder einer anderen Herz-Kreislauferkrankung.

Was den Blutdruck normalisieren hilft

Die Zivilisationskrankheit Nummer eins ist nicht gottgegeben. In der Regel verursachen wir sie selbst. Übergewicht, zu viel Salz im Essen, zu wenig Bewegung oder zu viel Alkohol. Das sind die Stellschrauben, an die wir selbst drehen können. So verwundert es nicht, dass tatsächlich eine Salzreduktion den systolischen Blutdruck um etwa 5 bis 7 mmHg senken kann. Regelmäßiger Ausdauersport kann den Blutdruck um 5 bis 10 mmHg absenken. Experten gehen davon aus, dass pro abgenommenem Kilo der systolische Blutdruck um circa 1 mmHg sinkt.

Das zeigt, dass sich der Blutdruck wirkungsvoll senken lässt, wenn die Hypertonie erkannt ist. Leider verpassen viele diese Chance: Durch Unwissenheit oder Verdrängung lassen sich immer noch zu viele Hochdruckkranke nicht oder nicht ausreichend behandeln. "Die Herzstiftung appelliert an alle Menschen, regelmäßig ihren Blutdruck beim Arzt messen zu lassen. Bluthochdruckpatienten sollten ihre Situation ernst nehmen, das heißt, ihren Lebensstil ändern und ihre Medikamente konsequent einnehmen", betont Prof. Meinertz.

(anch/csi/anch)