Studie: Musik wirkt gut bei Demenz und Herzkrankheiten

Studie : Musik wirkt gut bei Demenz und Herzkrankheiten

Kürzlich wurde der Sinn von Musiktherapie wissenschaftlich bezweifelt, weil es an guten Studien mangele. Nun treffen zwei gleichzeitig ein, beide mit starken Resultaten.

Frankfurter Psychologen haben ein methodisches Vorgehen entwickelt, um Wirkungen der Musiktherapie auf demente Patienten empirisch zu messen. In einer zweijährigen Pilotstudie mit Musiktherapeuten der Fachhochschule Frankfurt hat der Musikwissenschaftler und Psychologe Arthur Schall die Auswirkungen von Musik auf Menschen mit fortgeschrittener Demenz untersucht.

Die musiktherapeutischen Interventionen sind auf Videos festgehalten und einer Zeitreihenanalyse unterworfen worden. Die Videos wurden in 30 Sekunden lange Sequenzen zerlegt, die hinsichtlich der Kommunikationsfähigkeit, des Wohlbefindens sowie des emotionalen Ausdrucksverhaltens der Erkrankten anhand spezifischer Skalen und bestimmter Kriterien eingeschätzt wurden. So konnten die Forscher nachweisen, dass sich nonverbale Kommunikationsfähigkeit, Wohlbefinden und emotionaler Ausdruck der demenzkranken Menschen während einer Musiktherapie signifikant verbessern.

Verbesserte Gefäßfunktion

Laut einer anderen Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam präsentiert wurde, verbessert angenehme Musik bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung die Gefäßfunktion. Für die Studie der Universität Nis sind 74 Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit untersucht worden. Hinterher zeigte sich, dass Patienten am stärksten profitieren, wenn sie Musik und Bewegung kombinierten. Die körperliche Belastbarkeit verbesserte sich im Vergleich zum Studienbeginn in der Musik-Trainings-Gruppe um 39 Prozent, in der Trainingsgruppe (nur Bewegung) um 29 Prozent und in der Gruppe, die nur Musik hörte, um 19 Prozent.

(RP)