Bluthochdruck : Mineralstoffmangel als Auslöser

Hinter Bluthochdruck kann ein Mineralstoffmangel stecken. Warum aber können Diabetes, Herzrhythmusstörungen oder gefäßschädigende Entzündungen dadurch ausgelöst werden?

Sie sind als klassische Volkskrankheiten bekannt, gehen oft auf ungünstige Lebensweise, Übergewicht und zu wenig Bewegung zurück, können aber auch durch Magnesiummangel verursacht werden. Wer unter Diabetes, Bluthochdruck und Co. Leidet, sollte beim Arzt auch einmal seine Blutwerte kontrollieren lassen, empfiehlt die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB).

Manchmal steckt eine Mangelerscheinung dahinter

So ließen sich in vielen Fällen erhöhte Blutdruckwerte bereits durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und die Einnahme von Magnesiumpräparaten normalisieren, berichtete Professor Klaus Kisters, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am St. Anna-Hospital in Herne, bei einer Vortragsreihe der Gesellschaft für in Freudenstadt. Zahlreiche Studien zeigten, dass bei einem Teil der Bluthochdruckpatienten ein Mangel an dem Mineralstoff vorliegt. Dieses Defizit fördert die Gefäßverengung und steigert so den Blutdruck. Die Einnahme von Magnesium könne sich sowohl bei grenzwertigem als auch bei manifestem Bluthochdruck positiv auswirken.

Eine unzureichende Versorgung mit Magnesium fördert außerdem weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie gefäßschädigende Entzündungen, Diabetes und Herzrhythmusstörungen, geben die Wissenschaftler von der GfB zu bedenken. "Epidemiologische Studien haben überzeugend gezeigt, dass Magnesiummangel zur Erhöhung des Risiko für Herz-und Gefäßerkrankungen führt", betonte Professor Joachim Schmidt, Facharzt für Pharmakologie aus Dresden.

Diabetes-Studie weist auf Mangel hin

Eine amerikanische Studie legt ihr Augenmerk besonders auf die Zusammenhänge zwischen Magnesiumaufnahme und Diabetes. Dazu untersuchte ein Forscherteam um Dae Jung Kim von der Universität von North Carolina (USA) die Ernährungsgewohnheiten und Blutwerte von 4.497 Amerikanern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Es zeigte sich, dass sich bei den Personen mit der geringsten Magnesiumzufuhr und den niedrigsten Magnesiumkonzentrationen im Blut während der Studiendauer wesentlich häufiger ein Diabetes entwickelte als bei denen mit der besten Magnesiumversorgung. Letztere hatten zu Protokoll gegeben, dass sie regelmäßig magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte essen oder den Mineralstoff durch Präparate ergänzen. Ihre Diabetes-Häufigkeit war um 47 Prozent niedriger.

Kaliumversorgung im Blick

Neben Magnesium nennen Experten aber auch Kalium als wichtigen Mineralstoff. Vor allem bei Herz-Rhythmusstörungen sollte auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Stoffen geachtet werden. Dabei liegen die Normbereiche nach Aussage von Professor Andreas Götte, Kardiologe am St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn, bei Kalium zwischen 3,6– 4,8 mmol/l und bei Magnesium bei 0,7 – 1,05 mmol/l – mit geringen Abweichungen je nach Labormethode.

Ein Mangel dieser beiden Mineralstoffe kann Auswirkungen auf die Zellmembran haben und zu extra Herzschlägen führen, die in Herzrhythmusstörungen oder im Extremfall sogar in lebensbedrohlichem Kammerflimmern münden können.

Die vitaminähnliche Substanz Magnesiumorotat habe eine besonders herzschützende Eigenschaft und fördere den Stoffwechsel im gefährdeten und vorgeschädigten Herzen. Sie wirke außerdem Magnesiumverlusten entgegen, so Schmidt. "Klinische Studien belegen, dass diese Kombination die Widerstandkraft und Leistungsfähigkeit des gefährdeten und vorgeschädigten Herzens verbessert, den Herzrhythmus stabilisiert und zudem erhöhte Blutdruckwerte senkt."

Mineralstoffreiche Lebensmittel

Wer über die Ernährung für eine Extra-Portion Magnesium und Kalium sorgen möchte, der sollte auf Obst und Gemüse zurückgreifen. Besonders gute Kaliumlieferanten sind vor allem Bananen, Trockenobst, Kartoffeln oder Fenchel. Viel Magnesium findet sich in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen oder Linsen, Getreideprodukten, Nüssen und Trockenobst, aber auch in Früchte- und Kräutertees, erklärt Professor Götte.

Auf keinen Fall aber sollte man auf gerate Wohl Magnesium einnehmen, ohne genau zu wissen, ob man selbst überhaupt einen solchen Mangel vorweist. Ein Zuviel dieses Spurenelement kann nämlich wiederum auch zu Herzrhythmusstörungen führen sowie zu Verstopfung, eingeschränkte Muskelreflexe oder Blasenfunktionsstörungen. Bei extrem hohen Mengen kann es sogar zur Atemdepression kommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bluthochdruck - Das können Sie selbst tun

(chk)
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