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Todesfälle im Winter bis 50-fach häufiger: Bei Kälte ist das Herz in Gefahr

Todesfälle im Winter bis 50-fach häufiger : Bei Kälte ist das Herz in Gefahr

Wer an eisige Temperaturen denkt, der denkt an Erkältungen. Dabei gibt es weitaus größere Gefahren als diese. Für Bluthochdruckpatienten kann ein eiskalter Tag lebensbedrohlich werden. In der kalten Jahreszeit schnellen die Todesfälle, die auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückgehen drastisch in die Höhe.

Ob Herzinfarkt oder Schlaganfall — beides sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die sich aus dauerhaft zu hohem Blutdruck ergeben können. Wenn es draußen so richtig kalt wird, dann ist das Risiko für die, die darunter leiden 20 bis 50 mal höher, daran zu sterben. Neben Angina pectoris-Attacken oder Schlaganfällen kann es dabei auch zu einem Herzinfarkt kommen bis hin zum plötzlichen Herztod.

Der Blutdruck schwankt nicht nur im Laufe des Tages, sondern auch im Verlauf der Jahreszeiten. Im Winter ist er deutlich höher und damit auch das Risiko für schwere Komplikationen. Warum der Blutdruck im Winter ansteigt, ist nach Informationen der Deutschen Hochdruckliga noch nicht zweifelsfrei geklärt. Forscher aber beobachteten, dass die Herzfrequenz niedriger ist und zudem auch die Konzentration von gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxid abnimmt. Niedrige Lufttemperaturen können zu einer starken Verengung zahlreicher Blutgefäße führen. Das Herz muss das Blut dann gegen einen erhöhten Widerstand in die Blutgefäße pumpen, was je nach Vorerkrankung des Herzens zu einer gefährlichen Überlastung des Herzmuskels führen kann, betont die Deutsche Herzstiftung. Der Blutdruck steigt an.

Das macht den Winter zur Gefahr

Für die geschätzten 35 Millionen Menschen, die in Deutschland unter Bluthochdruck leiden, wird die Winterzeit zu einer besonders risikoreichen Jahreszeit. Ebenso auch für Herzpatienten, die Verengungen an den Herzkranzgefäßen aufweisen, wie dies zum Beispiel bei Herzinfarkt-Patienten oder bei Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit der Fall sein kann. Ähnliches gilt zudem für bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen, die auf Engstellen in den Koronararterien zurückgehen.

Um gefährliche Überlastungen des Herzens zu vermeiden, sollten Betroffene bei Kälte vor allem auf solche körperliche Anstrengungen verzichten, bei denen hohe Spitzenbelastungen auftreten können, rät die Deutsche Herzstiftung. Dies gilt zum Beispiel für das Schneeschippen, wenn dabei mit der Schaufel große Schneemassen durch die Gegend gewuchtet werden. Allerdings sollte diese Warnung auch nicht als Aufforderung zur Untätigkeit verstanden werden. Moderate Bewegung draußen oder regelmäßiger Sport trainieren das Herz und sind vor allem für Herz- und Blutdruckpatienten gesundheitlich angeraten.

Das sollten Betroffene beachten

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. sowie die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention empfiehlt daher allen, vor allem aber Menschen mit Bluthochdruck, eine regelmäßige Blutdruckkontrolle. "Die strikte Einhaltung des Zielwerts unter 140/90 mm Hg ist aufgrund des saisonalen Risikos gerade im Winter wichtig", so Geschäftsführer Dr. Joachim Leiblein. Wer bei sich Werte misst, die darüber liegen, sollte — so rät es der Experte in jedem Fall mit seinem Hausarzt sprechen. Möglicherweise reicht eine leichte Änderung des Lebensstils aus, um die Werte in den Normbereich zu bringen — denn gerade im Winter neigt man zu weniger Bewegung und deutlich kalorienreicherer Kost.

Viele Betroffene können ihr Risiko also bereits senken, indem sie mehr Obst und Gemüse essen und auch Sporteinheiten einbauen. Zudem empfehlen die Herz- und Bluthochdruckexperten in der Küche das Salz sparsam zu verwenden. Einige Patienten benötigen aber auch eine intensivere medikamentöse Therapie, um den Blutdruck erfolgreich zu senken. In jedem Fall gilt: Um gesundheitlich nicht ins Schlittern zu kommen, ist gerade im Winter eine strikte Blutdruckkontrolle wichtig.

(wat)